Verkehrsplanung Eine Milliarde für Münchner Autobahnen

Ein gewohntes Bild: Stau auf der A 99.

(Foto: Catherina Hess)
  • Bayern bekommt bei der Finanzierung von Verkehrsprojekten milliardenschwere Unterstützung vom Bund.
  • Im neuen Bundesverkehrswegeplan werden allein acht größere Autobahnprojekte in und um München als "neue Vorhaben mit vordringlichem Bedarf" eingestuft.
Von Christian Krügel

Der gesamte Autobahnring und ein Teil der innerstädtischen Autobahnen in München sollen in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden. Der neue Bundesverkehrswegeplan, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde, sieht dafür Investitionen in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro vor. Die Erweiterung der A 99 vom Allacher Tunnel im Nordwesten bis zum Autobahnkreuz Süd bei Brunnthal gehört damit zu den größten Straßenbauprojekten der Republik.

Ganz überraschend kommt es nicht, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) allein acht größere Autobahnprojekte in und um München als "neue Vorhaben mit vordringlichem Bedarf" einstuft. Die A 99 ist eine der meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands. An Werktagen zählen Statistiker bis zu 140 000 Fahrzeuge binnen 24 Stunden, an Ferienwochenenden können es bis zu 150 000 werden. Für das Jahr 2020 rechnen Fachleute mit einem Anstieg auf bis zu 170 000 Autos täglich.

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Ein Nadelöhr wird von 2017 an beseitigt werden: die Strecke zwischen dem Autobahnkreuz Nord und Aschheim/Ismaning. Ein weiteres ist das Autobahnkreuz Süd, das in den Verkehrswegeplan aufgenommen und dessen Sanierung und Ausbau mit der Priorität "hoch" eingestuft worden ist. Allein dafür sind mehr als 167 Millionen Euro vorgesehen.

Komplett achtspurig soll auch die Strecke vom Autobahnkreuz West in Langwied bis Brunnthal werden, inklusive Allacher Tunnel. Rund 340 Millionen Euro sind für diesen Abschnitt jetzt schon vorgesehen. Ehe wirklich ausgebaut wird, sollen im Tunnel testweise die Standstreifenspuren freigegeben werden. Diese Idee der Autobahndirektion Südbayern, ein Novum in der Bundesrepublik, findet sich nun auch offiziell in Dobrindts Plan.

Auf insgesamt sechs Spuren ausgebaut werden sollen die Westumfahrung von Germering bis Langwied, die A 94 von Steinhausen bis Feldkirchen-West und auch der Beginn der Nürnberger Autobahn zwischen Schwabing und Frankfurter Ring. Im Umland ist die Erweiterung der A 92 zwischen Neufahrn und dem Flughafen auf acht Spuren und der A 96 zwischen Wörthsee und Oberpfaffenhofen auf sechs Spuren vorgesehen.

Wann die Bauarbeiter wo anrücken, ist noch offen. Die Aufnahme der Projekte in den Verkehrsplan war aber Voraussetzung dafür, dass der Ausbau überhaupt geplant werden kann.

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