Unterschleißheim:Satellit mit sechs Etagen

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Stadtrat gibt grünes Licht für den Ausbau des "Dolce Hotel"

Von Alexandra Vettori, Unterschleißheim

Vor einem guten Jahr hat das "Dolce Hotel" schon einmal Erweiterungswünsche geäußert, um bis zu 200 Betten soll das Vier-Sterne-Haus wachsen. Derzeit gibt es 255 Betten in dem markanten, siebenstöckigen Bau an der Landshuter Straße. Schon damals signalisierte der Unterschleißheimer Stadtrat Wohlwollen, jetzt ist der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes gefallen. Von der ursprünglich ins Auge gefassten Bumerang-Form des Neubaus, der im Westen an den Bestand angrenzen wird, ist allerdings nichts übrig geblieben. Jetzt sollen es zwei versetzt stehende Rechtecke werden, sechs Etagen hoch und mit dem Altbau verbunden.

In dem Neubau werden nicht nur weitere 200 Betten untergebracht, sondern auch eine große Lobby, Restaurant, Küche, kleinere Seminarräume und ein großer Ballsaal für bis zu 500 Personen. Die Nachfrage aus den Reihen der Stadträte, ob damit nicht der Sport- und Kongresshalle "Ballhausforum" unliebsame Konkurrenz gemacht werde, verneinte Geschäftsführer und Hoteleigentümer Andreas Striegel, der vor fünf Jahren das Dolce-Hotel gebaut und an die Hotelkette vermietet hat und jetzt auch beim Erweiterungsbau tätig wird. Das Ballhausforum, führte Striegel aus, habe eine Kapazität von bis zu 1000 Personen. Derzeit könne das noch nicht voll ausgeschöpft werden, weil die Halle zu oft mit kleineren Kongressen und Veranstaltungen belegt sei: "In der Kategorie 300 bis 500 Leute haben wir kein Angebot hier. Damit aber hätten wir das Ballhausforum frei für die wirklich großen Veranstaltungen."

Erschlossen wird der Neubau durch die hinter dem bestehenden Hotel liegenden Privatstraße, dafür wird eine weitere Brücke über die Moosach gebaut. Schon in den Vorgesprächen hatte die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt München darauf gedrungen, dass der Grüngürtel an der Moosach nicht von dem Neubauprojekt tangiert werden dürfe. Tatsächlich seien die Eingriffe minimal, versicherte auch Lang. CSU-Stadträtin Brigitte Weinzierl sah jedoch "visuelle Probleme" für die benachbarten Tennisplätze kommen. Durch den Auto- und Fußgängerverkehr zum neuen Hotelsatelliten würden die Spieler mit Sicherheit gestört, befürchtete sie.

Als Lösung konnte sie sich einen blickdichten Zaun vorstellen. Die Befürchtung, dass die Parkplätze angesichts der Beinahe-Verdopplung der Bettenkapazität nicht ausreichen werden, wollte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) nicht einfach zerstreuen, beantworten konnte er sie jetzt aber auch noch nicht. "Diese Frage werden wir im Bebauungsplanverfahren detailliert betrachten."

© SZ vom 22.07.2015 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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