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Umfrage:LMU-Studenten wünschen sich vor allem einen neuen Studienausweis

Mathematisches Institut der LMU München, 2017

Das Mathematische Institut der Ludwig-Maximilians-Universität in der Theresienstraße 39.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Studenten der Ludwig-Maximilians-Universität erklären in einer Umfrage, was sie von ihrer Hochschulleitung erwarten.

Von Jakob Wetzel

Sie wünschen sich einen modernen Studentenausweis, mit dem man zum Beispiel auch in der Mensa oder am Kopiergerät bezahlen kann. Sie wollen eine einfachere Prüfungsverwaltung über das Internet. Und sie möchten mehr Räume für Gruppenarbeiten. An der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) wird am Mittwoch der Chef der Verwaltung neu gewählt, am 25. Oktober folgt die Neuwahl des Präsidenten. Der LMU-Hochschulrat bestimmt damit über die zwei wichtigsten Ämter der Universität. Und die Studierendenvertretung hat deshalb die Studentinnen und Studenten der LMU gefragt, was sich dringend ändern muss - auch wenn die Amtsinhaber wohl bleiben.

Ein Wechsel der Uni-Leitung ist tatsächlich nicht zu erwarten: Der Verwaltungschef, der einst "Kanzler" hieß und jetzt als Vizepräsident für Wirtschafts- und Personalverwaltung firmiert, wird vom Präsidenten vorgeschlagen, und der hat den bisherigen Amtsinhaber Christoph Mülke erneut nominiert. Und auch zur Präsidentenwahl am 25. Oktober tritt offenbar nur Amtsinhaber Bernd Huber an, weitere Kandidaten hätten sich auf die öffentliche Ausschreibung hin nicht beworben, heißt es aus dem Senat.

Doch auch wenn die neuen Amtsträger die alten sind, wollen die Studierenden sie an ihre Anliegen erinnern. Man habe keine repräsentative Umfrage vorgenommen, sagt Florian Siekmann, einer von zwei Vertretern der Studenten im Hochschulrat der LMU. Vielmehr habe man die Studenten gebeten, eigene Gedanken einzusenden. Man freue sich immer noch über Rückmeldungen; bis Freitag kamen bereits etwa 100 Antworten zurück, das sei angesichts des verlangten Aufwands viel, findet Siekmann. Und obwohl keine Antwortmöglichkeiten vorgegeben waren, nannten die Einsender immer wieder dieselben Wünsche.

Über den neuen Studienausweis wird seit Jahren diskutiert

So wünschte sich jeder zweite Einsender einen neuen Studienausweis. Darüber werde seit Jahren diskutiert, es gebe auch einen Prototypen, erläutert Siekmann. Doch bislang müssen die Studenten weiterhin den Papp-Ausweis der LMU herumtragen sowie zwei Plastikkarten, je eine für die Bibliothek und die Mensa. In jeder vierten Antwort wird zudem eine einheitliche Online-Prüfungsverwaltung gefordert. Bisher nutzten verschiedene Fakultäten unterschiedliche Systeme, das sei für die Studierenden, die Fächer kombinieren, umständlich.

Darüber hinaus treibt sie vieles um, etwa die Frage, ob die Exzellenzinitiative wirklich auch den Studierenden zugute kommt, warum man nicht in Teilzeit studieren kann oder dass es zu wenige Parkplätze für Fahrräder gebe. Vor allem aber klagten die Einsender, es fehlten Räume für Gruppenarbeiten. Siekmann setzt darauf, dass in nächster Zeit mehrere Fakultäten umziehen. "Man muss schauen, dass es dann nicht nur Flächen für neue Professorenbüros gibt, sondern auch für die Studierenden." In Großhadern und Martinsried sei es besonders schlimm. Die Studenten seien den ganzen Tag vor Ort, wüssten aber zwischen den Vorlesungen nicht, wohin. "Immer wieder werden Forschungsbauten errichtet. Wir wünschen uns auch einmal ein Studierendenhaus." Dort könne es Gruppen- und Aufenthaltsräume geben, vielleicht auch eine Kellerbar. Die Technische Universität baue derzeit drei solche Häuser, sagt Siekmann. Zumindest eines wünsche man sich auch an der LMU.

© SZ vom 07.07.2018/smb

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