Ulla Holthoff im Porträt:Als Wasserballspielerin gehörte sie zu den Besten

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Ausgebildet vom heutigen ARD-Brüsselkorrespondenten Rolf-Dieter Krause gründete sie nach ihrem Volontariat mit Kollegen das erste Büro für Freie Journalisten in Dortmund und heuerte schließlich bei der Tageszeitung Die Welt an, doch ihre progressiv-liberale Geisteshaltung passte nicht recht zum konservativen Weltbild der Springer-Presse. "Ich bin zwar eher pragmatisch als ideologisch, aber das ging letztlich nicht."

Damals gehörte Ulla Holthoff zu den besten Wasserballspielerinnen Deutschlands, weil sie jedoch einmal kritisch über den deutschen Verband geschrieben hatte, blieb ihr eine Karriere in der Nationalmannschaft verwehrt. Auch heute wirkt sie durchtrainiert und sportlich. Man merkt, dass sie auf ihr Äußeres achtet. Sie strahlt Optimismus aus und macht kein Hehl aus ihrer Freude - über ihre Söhne, aber auch über das, was sie beruflich erreicht hat.

Denn so richtig startete Ulla Holthoff Anfang der Neunzigerjahre durch, als sie zum ZDF kam. "Dabei wollte ich nie zum Fernsehen, die Branche erschien mir immer zu oberflächlich und von Eitelkeit geprägt." Dass sie kurz vor ihrer Vertragsunterschrift wieder schwanger wurde, schreckte die Chefs beim Zweiten nicht ab, man wartete auf die nun zweifache Mutter. Die Arbeitszeiten waren so flexibel, dass sie und ihr Mann, der mittlerweile Trainer geworden war, sich ideal in der Betreuung von Mats und Jonas abwechselten.

Trainerlegende Otto Rehhagel tanzte aus der Reihe

Ihre Spielberichte über die Bundesliga im Sportstudio blieben ohne negative Resonanz. "Vielleicht hat man mir die auch nur vorenthalten", sagt sie. Dafür spürte sie anfangs, dass "mir die männlichen Kollegen mit gezückten Messern auf den Gängen begegneten". Einer fragte sie süffisant, ob sie denn ihren Mann zu den Fußballspielen mitnähme, schließlich habe sie doch bestimmt keine Ahnung. Die Akteure seien meist freundlich zu ihr gewesen, nur Trainerlegende Otto Rehhagel tanzte aus der Reihe: Als sie ihn für ein Interview anrief, hielt er sie zunächst für eine Sekretärin.

"Verbinden Sie mich mit dem Redakteur", sagte er. Als sie ihm erklärte, dass sie das Interview führen werde, fragte der damalige Coach von Werder Bremen, ob denn kein Mann da sei und ob sie überhaupt etwas vom Fußball verstehe. Zur Sicherheit vergewisserte er sich, dass sie die Abseitsregel kannte. Als Ulla Holthoff erklärte, sie seien sich bereits einige Male begegnet, erwiderte Rehhagel: "So? Na, wenn Sie hübsch wären, wären Sie mir auch in Erinnerung geblieben." Und Holthoff konterte: "Für Ihren Geschmack kann ich nichts." Das Gespräch war kurz danach beendet.

Inniger Kontakt zu den Söhnen

Als sie 1994 nicht zum ZDF-Team gehörte, das zur Weltmeisterschaft in die USA entsandt wurde, witterte sie abermals einen frauenfeindlichen Hintergrund, schmiss den Job hin und wechselte zum Deutschen Sport-Fernsehen (DSF), einem jungen Privatsender. Dort wurde sie Chefin des Fußball-Ressorts, entwickelte neben dem "Doppelpass" auch andere neue Formate wie "La Ola", eine Zusammenfassung der wichtigsten europäischen Ligaspiele vom Wochenende.

Nach vier Jahren beendete sie ihr Gastspiel beim Spartensender, sie hatte sich mit der neuen Geschäftsführung überworfen. Zwei Jahre lang leitete sie anschließend die Pressearbeit der gerade in die Bundesliga aufgestiegenen SpVgg Unterhaching; nach dem Abstieg 2001 ging sie zum Bayerischen Fernsehen, verantwortete zunächst die langen Wintersporttage in der ARD und ist nun für die "Blickpunkt Sport"-Sendung am Samstagnachmittag im Dritten zuständig.

Der Kontakt zu ihren Söhnen ist innig, auch wenn sie Mats wegen der räumlichen Trennung nicht öfter als einmal im Monat trifft. "Aber wir telefonieren alle zwei Wochen, schreiben uns regelmäßig SMS." Von Hermann Hummels ist sie seit 1996 geschieden, dennoch halte die Familie weiterhin fest zusammen. Übrigens liegen noch heute überall im Haus Bälle in allen Größen herum. Wie sollte es auch anders sein, bei der Mutter des modernen Fußballs.

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