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Tierpark Hellabrunn:Orang-Utan-Baby Olivia ist tot

Das Orang-Utan-Baby Olivia - hier mit Mutter Matra - starb mit fast elf Monaten.

  • Schock im Tierpark Hellabrunn: Das fast elf Monate alte Orang-Utan-Baby Olivia ist am ersten Weihnachtsfeiertag tot aufgefunden worden.
  • Möglicherweise starb das Tier, als sich das Oberhaupt der Gruppe mit seiner Mutter paaren wollte.

Von Thomas Schmidt

Orang-Utan-Baby Olivia ist tot

Am Weihnachtsmorgen ist das fast elf Monate alte Orang-Utan-Baby Olivia tot aufgefunden worden. Das jüngste Familienmitglied der Sumatra-Orang-Utans im Tierpark Hellabrunn ist offenbar verunglückt. Um die Todesursache zu klären, soll Olivia obduziert werden.

Wie der Tierpark mitteilt, starb das Tier kurz nachdem die Gruppe ihren Schlafbereich verlassen hatte. Der genaue Hergang sei zwar nicht beobachtet worden. Die Verantwortlichen vermuten aber, dass das Unglück möglicherweise bei der Paarung geschah. Bruno, das Oberhaupt der Gruppe, hatte in den vergangenen Tagen Interesse an Olivias Mutter Matra gezeigt. Da männliche Orang-Utans über enorme Kräfte verfügen, kann es in solchen Momenten vorkommen, dass sie achtlos werden und Jungtiere, die noch bei der Mutter sind, versehentlich verletzen oder gar töten.

Möglicherweise starb das Tier beim Paarungsversuch der Mutter

"Olivia war am Morgen putzmunter, wir gehen deshalb von einem Unfall aus; um Aussagen über die genaue Todesursache machen zu können, müssen wir aber nun die Ergebnisse der Obduktion abwarten", sagt Tierparkdirektor Rasem Baban und ergänzt: "Wir nehmen an, dass Olivia auf tragische Weise buchstäblich im falschen Moment am falschen Ort war."

Der 1969 in Hellabrunn geborene Orang-Mann Bruno gilt als friedlicher Vater, der seine Kinder freundlich behandelt. Rund dreißig Nachkommen hat er bisher gezeugt, die kleine Olivia war sein jüngstes Kind - und der Liebling der Gruppe, umsorgt und behütet von ihrer Mutter Matra, ihrer älteren Schwester Jolie, der Halbschwester Isalie und den beiden anderen Orang-Utan-Weibchen Sitti und Jahe.

Die fast 40-jährige Matra ist eine fürsorgliche und erfahrene Mutter, Olivia war ihr fünftes Kind. Matra hat sich nun mit ihrer älteren Tochter Jolie in ihre Schlafbox zurückgezogen und wird vermutlich während der nächsten Tage für die Besucher nicht zu sehen sein. "Beide Tiere wirken verstört und benommen", erklärt Kuratorin Beatrix Köhler, "wir müssen ihnen Zeit geben, den Tod von Olivia zu begreifen."

© SZ vom 27.12.2014/mest
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