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Tiere für Flüchtlingskinder:"Sie haben ein beruhigendes Wesen, wie so ein Teddybär"

Unering Konradhof, Dellinger

"Alpakas haben eine gute Aura und Ausstrahlung", sagt Stefan Dellinger über seine Tiere.

(Foto: Georgine Treybal)

Stefan Dellinger hat seine vier Alpakas der Bayernkaserne geliehen, quasi als Kuscheltiere für Flüchtlingskinder.

Eigentlich ist der Konradhof in Unering am Ammersee (Landkreis Starnberg) ein klassischer Mast- und Schlachtbetrieb. 200 Mutterschafe, 200 Mastbullen, 1300 Legehennen, 140 Mastschweine, 1000 Masthähnchen, außerdem Hunderte Puten, Enten und Gänse leben hier, überwiegend im Freien.

Die Besonderheit des Konradhofs sind die vier Alpakas Rico, Zorro, Peter und Bianka. Vor knapp vier Jahren hat Betriebsleiter Stefan Dellinger, 38, sie als Hingucker für den Hof gekauft, aber sogleich an die Landeshauptstadt München verliehen - für den Streichelzoo an der Bayernkaserne. Jetzt sind sie wieder zurück.

SZ: Wieso haben Sie überhaupt für den Konradhof Alpakas haben wollen?

Stefan Dellinger: Ich wollte ein paar Streicheltiere da haben für die Eltern, die mit ihren Kindern herkommen. Die Tiere sind einfach ein Hingucker und nebenbei machen sie ein bisschen Landschaftspflege. Also haben wir welche von einer Alm in Bad Tölz gekauft.

Wie kam es dazu, dass die Alpakas nach München verfrachtet wurden?

Ein Mitarbeiter der Stadt ist recht engagiert und sorgt dafür, dass die Flüchtlinge sich beschäftigen können. Er hat zum Beispiel Hühnerställe mit ihnen gebaut, die Hühner waren auch schon von uns. Auch Schafe hat er sich bei uns besorgt. Ich habe dafür gesorgt, dass alle Auflagen zur Tierhaltung eingehalten werden, als Laie ist das recht schwierig. Hasen haben sie auch mal von uns gekriegt für ihre Ställe. Aber das war nichts. Jeder wollte sie füttern, was nicht immer richtig war.

Alpakas wiederum scheinen sehr geeignet zu sein. Warum?

Sie sind robust, lassen sich nicht von jedem füttern, haben ein beruhigendes Wesen, wie so ein Teddybär. Außerdem haben sie eine gute Aura und Ausstrahlung. Kinder sind ganz begeistert von den Tieren.

Gab es eine Leihgebühr für die Tiere?

Nein, da haben wir nichts gekriegt, das war einfach eine gute Tat. Ein paar Mal im Jahr haben wir das Futter raufgefahren, um den Rest haben sich die Leute von der Stadt gekümmert.

Jetzt sind die Alpakas zurück. Haben Sie sich verändert, sind sie gar zutraulicher geworden?

Gar nicht. Sie haben ja auch in der Stadt eine 50 Hektar große Weide gehabt und hatten dort auch ihre Ruhe.

Würden Sie die Tiere noch einmal ausleihen?

Im Prinzip schon. Aber jetzt bin ich erst einmal froh, dass sie wieder hier sind. Da freuen sich die Kunden beim Einkaufen.

© SZ vom 13.06.2017/vewo
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