Siegfried Riedmüller (1986)

Auf Fischer folgt beim Münchner Tatort die Zeit der Experimente: Zunächst sollte es Günther Maria Halmer richten. Der hatte bereits Mitte der Siebziger als Tscharlie in der Serie Münchner Geschichten große Erfolge gefeiert. Warum denn nicht auch im Tatort?

Die Erlösung sollte in diesem Fall aus Regensburg kommen: Halmer machte sich in seiner Rolle als Kriminalhauptkommissar Sigi Riedmüller auf den Weg nach München, um dort seinen ersten Fall zu lösen. Privat läuft es beim neuen Ermittler nicht sonderlich gut, seine Frau hat ihn verlassen, was sich auch auf den Beruf niederschlägt und das Feuilleton der Abendzeitung damals zu folgender Aussage veranlasste: "So viel Lebensgrant, wie da in der herzwärmenden linkischen Vorstellung des neuen Hauptkommissares Riedmüller aus Regensburg ausgedünstet wurde, konnte einen Hund jammern."

Beim Bayerischen Rundfunk schien es damals kein gesteigertes Bedürfnis zu geben, dem Lebensgrant von Kommissar Riedmüller eine weitere Tatort-Folge zu widmen. So war bereits nach einer Folge wieder Schluss. Günther Maria Halmer gilt damit als erste "Eintagsfliege" unter den BR-Ermittlern.

Von links: Kriminalhauptkommissar Sigi Riedmüller (Günther Maria Halmer) und seine Assistenten Wislitschek (Gustl Weishappel) und Augenthaler (Michael Lerchenberg).

Bild: Foto Sessner 1. April 2016, 14:522016-04-01 14:52:35 © SZ.de/mmo