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Szene München:Schlauchbootfahren, gewusst wie

Sommer an der Isar

Bootsfahrer auf der Isar, hier in Icking im Landkreis Bad Töz-Wolfratshausen. Könnten auch Experten dabei sein.

(Foto: Stephan Jansen/dpa)

Das Handy fällt in die Isar? Klarer Anfängerfehler. Gut, dass da auch die Experten in ihren Booten unterwegs sind. Die wissen es nämlich besser.

Expertentum ist eine feine Sache. Es funktioniert so: Menschen, die über eine bestimmte Sache mehr wissen als andere, teilen ihr Wissen. Seit es Google gibt, spielen sich zwar immer mehr Uninformierte zum Experten auf, unterm Strich aber ist das Expertentum ein großer Zugewinn für jeden Lebensbereich. Der Barmann beispielsweise hilft, indem er aus den Koordinaten "süß", "mit Vodka", "ohne Gemüse" den idealen Drink für seinen Gast herausfindet.

Besonders ausgeprägt ist das Expertentum derzeit auf der Sommer-Ausgeh-Location Nummer eins: der Isar. Die Rede ist vom Schlauchbootfahren zwischen Icking und Pullach. Wenn man nämlich voll ausgerüstet morgens am Isarstrand aufschlägt, muss man feststellen: Da sind schon welche vor dir da. Experten. Kann nämlich ganz schön voll werden auf der Isar am Sonntag.

Unterwasserkameras und aufblasbare Schwimm-Kühlschränke

Die Tour beginnt, bei der ersten Stromschnelle treibt ein Paddel davon. Der Kollege zieht ein Ersatz-Paddel hervor. Experte. Das Handy plumpst ins Wasser beim Versuch, Musik zu machen. Anfängerfehler. Es gibt wasserfeste Boxen, in denen das Handy verstaut und nebenbei Musik gemacht werden kann. Wissen die Experten.

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Wann in München Sommer ist? Wenn man an der Isar mit dem Zählen der Schlauchboote nicht mehr hinterherkommt. Das ABC zur besten Fortbewegungsart der Saison.

Du glaubst, du bist gut ausgerüstet, weil du drei Flaschen Apfelschorle abgefüllt hast, die jetzt in deinem Boot herumkullern? Der neben dir hat eine Konstruktion gebaut, in der er sein Bier durchs kühle Wasser hinter sich her zieht. Und ist da gerade ein Boot mit angebundenem, aufblasbarem Schwimm-Kühlschrank vorbeigeglitten? Richtig. Experten.

Von Unterwasserkameras, kieselsteinfesten Badeschuhen und schwimmenden Zusatzinseln, auf denen man lässig abhängen kann, ganz zu schweigen. Wie zu viele Drinks ist auch zu viel Expertentum eher anstrengend. Man fühlt sich uninformiert und tapsig, während man die triefend nasse Brötchentüte versteckt, die man - wie naiv! - mitgenommen hat. Wo geht man hier überhaupt aufs Klo? Im Gebüsch am Ufer? Der Experte grinst und lässt sich hinter seinem Schlauchboot langsam ins Wasser gleiten.