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Szene München:Die Messies des Sommers

Studie: Putzfrauen zahlen Millionen in die Sozialkassen

Die Ecken in allen Zimmern sind zum Habitat für Staubmäuse mutiert.

(Foto: Ralf Hirschberger/dpa)

Isarpicknick, Eisbach baden, in alle Biergärten gehen, Freischankflächenverordnung bis ultimo ausreizen: Wochenlang hielt einen dieser fantastische Sommer davon ab, einen Blick auf den Zustand der eigenen Wohnung zu werfen. Das rächt sich nun.

Isarpicknick, Flauchergrillen, Open-Air-Kino, in alle Biergärten gehen, Gärtnerplatzbierchen, nachts im Englischen Garten Sternschnuppen zählen, Gardasee-Wochenende, Bergwandern, Radltour zum Starnberger See, Freischankflächenverordnung bis ultimo ausreizen, durch den Luise-Kiesselbach-Tunnel laufen und im Luise-Kiesselbach-Tunnel tanzen (bevor wir im Luise-Kiesselbach-Tunnel im Stau standen), Sundowner auf der Hackerbrücke, Klassik am Odeonsplatz, Oper für alle, Eisbach baden und und bla bla: In diesem langen und fantastischen Sommer haben wir die lange Liste der fantastischen Dinge, die man in München machen konnte, einigermaßen abgehakt.

Unsere Wohnung dagegen haben wir nur selten von innen gesehen. Okay, gesehen schon, aber meistens nur nachts, bei künstlichem Licht und das nicht selten angesäuselt, wenn wir es mit dem Feiern im Freien mal wieder ein bisschen übertrieben haben.

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In Wäschekörben muffeln Badesachen vor sich hin

Jetzt, da es inzwischen auch mal geregnet hat und die Wolken am Himmel den Drang zum Rausgehen ein bisschen dämpfen, tut sich vielen, die mal am helllichten Tag zu Hause bleiben, ein Bild des Jammers auf: In Wäschekörben muffeln Badesachen vor sich hin, die Ecken in allen Zimmern sind zum Habitat für Staubmäuse mutiert. Dass nur wenig Tageslicht durch die von Dreck getrübten Fenster kommt, beschönigt das Ausmaß der Verwahrlosung kaum.

Also nutzt man halt die Zeit daheim zum Saubermachen - sofern man die Putzsachen findet, die man irgendwann im Juni irgendwo verräumt hat. Blöd nur, dass das Wetter ja wieder schön werden soll, seit Mittwoch das Chiemsee Sommerfestival läuft (das auch bei Regen ein Riesenspaß ist), man merkt, dass man ja doch noch nicht ganz durch ist mit der Event-Liste - und so wieder zum Sommer-Messie wird. Der noch dazu kein Geld mehr hat, denn billig war die Sommergaudi nicht. Deshalb dieser Aufruf: Wer eine Putzperle kennt, die aus reiner Freude am Saubermachen kostenlos vorbeischaut, sei um Hinweise gebeten.