Synchronsprecher Norbert Gastell "Hallo, hier ist Homer aus Springfield"

Verglichen mit dem gelben Faulpelz Homer ist Gastell ein Arbeitstier, "aber ein bisschen Homer steckt in jedem von uns". Als er 1991 angefragt wurde, ob er bei der seltsamen, neuen US-Serie mitmachen wollte, hatte er sich nicht träumen lassen, dass Homer ihn länger begleiten würde als der Forstdirektor Leonhard, den er 17 Jahre lang in "Forsthaus Falkenau" gab. Und dass er bei einer Abiturfeier anrufen und einer Lehrerin, "ein Riesen-Simpsons-Fan", sagen würde: "Hallo, hier ist Homer aus Springfield."

Was er allerdings von Anfang an wusste: Der deutsche Homer dürfe nicht wie der amerikanische klingen. Hans Clarins Pumuckl stand ein wenig Pate. Er gab ihm eine unverwechselbare, hohe, etwas brüchig-weinerliche Stimme. "Mein Glück! Denn wenn Homer wie ich geklungen hätte, wäre ich für alles andere verbraucht gewesen", sagt Gastell.

"Neinnnn!", brüllt er und reißt die Arme nach oben, als sein gelber Partner im Einkaufszentrum einen Coupon für eine Diätberatung zieht. "Nochmal! Juhuuu!" Jetzt hat er eine Zimtschnecke gewonnen: "Neinnnn!" und "Juhuuu!" - daran erkennt jeder Simpsons-Fan Homer blind. Und das soll auch so bleiben.

"Uns sind mal drei Opa-Simpsons hintereinander gestorben. Der Regisseur hat mich gefragt, ob ich den Part nicht noch übernehmen will", erinnert sich Gastell. "Ich bin doch nicht blöd, ich will noch ein bisschen am Leben bleiben", habe er geantwortet. "Das ist das Glück an unserem Beruf: Wir dürfen ihn so lange machen, wie wir können."