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Stream & DVD:Hochgefühle fürs Wohnzimmer

Neue Spiel- und Dokumentarfilme zum Thema Drogen: von dem Teenager-Drama "Hot Summer Nights" bis zur Netflix-Doku "Crack: Kokain, Korruption und Konspiration".

Von Josef Grübl

Hot Summer Nights

Maika Monroe und Timothée Chalamet in der Teenager-Drogen-Love-Story "Hot Summer Nights".

(Foto: Koch Films)

"The drugs don't work, they just make you worse", hieß es schon vor Jahren in einem Hit der Band The Verve. Drogen bringen zwar immer noch nichts, sie machen vieles schlimmer - sind aber allgegengewärtiger denn je. Die Opioid-Krise in den USA ist außer Kontrolle geraten, das beschäftigt auch Hollywood. Aktuelle Themen bedeuten aber nicht unbedingt gute Filme, einige aus jüngster Zeit sind sogar furchtbar misslungen, die Streaming-Produktionen Cherry oder Hillbilly Elegy etwa.

Interessanter ist da schon der episodisch erzählte Drogenthriller Crisis: Ein Professor (Gary Oldman) gerät an einen Pharmakonzern, der ein neues, angeblich nicht abhängig machendes Schmerzmittel vermarkten will. Ein Undercover-Agent (Armie Hammer) organisiert einen Fentanyl-Transport über die kanadische Grenze und eine Architektin (Evangeline Lilly) stolpert über die Drogengeschäfte ihres Sohns. Vom Aufbau her erinnert das an Steven Soderberghs Traffic, an diesen Oscar-Hit aus dem Jahr 2000 kommt Regisseur Nicholas Jarecki aber nicht heran. Dafür bleibt er zu sehr an der Oberfläche, was bei drei parallel erzählten Geschichten aber nicht verwundert. Neben den drei Stars sind noch Schauspieler wie Greg Kinnear, Michelle Rodriguez oder Veronica Ferres zu sehen, der Film ist neu auf DVD, Blu-ray und als Stream erschienen.

Eine nur auf den ersten Blick harmlose Teenager-Love-Story erzählt der US-Film Hot Summer Nights aus dem Jahr 2017, der etwas verspätet zu uns gekommen ist (jetzt neu auf DVD, Blu-ray und als Stream). Timothée Chalamet spielt einen schüchternen Teenager, der in den Sommerferien ins US-Ferienparadies Cape Cod geschickt wird. Dort verwandelt er sich in kürzester Zeit in einen Marihuana-Dealer mit Ambitionen: Immer größer werden seine Drogenpakete, bald schon will er in den Kokain-Handel einsteigen. Das kann natürlich nicht gut gehen, ein wilder Trip ist dieses Drogendrama im Neunziger-Jahre-Look trotzdem.

Richtig heftig wird es aber in Crack: Kokain, Korruption und Konspiration. Der Dokumentarfilm ist bei Netflix zu sehen, der Titel verrät bereits, was einen erwartet. Regisseur Stanley Nelson hat viele Stimmen eingesammelt, von Drogenopfern und Dealern, Politikern und Journalisten, Fahndern und Aktivisten. The drugs don't work? Von wegen.

© SZ vom 26.05.2021
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