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Wohnen im Landkreis Starnberg:Genossenschaften im Trend

Krailling Gartenbau- und Landespflegeverein, Vorstand

Bürgermeisterin Anna Neppel unterstützt die Idee.

(Foto: Georgine Treybal)

In Andechs ist nach vielen anderen Gemeinden nun auch ein Projekt geplant, das bezahlbare Mieten für alle Generationen garantieren soll.

Wohnungen zu moderaten Mieten sind Mangelware im Landkreis Starnberg. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wird verstärkt auf das Modell des genossenschaftlichen Bauens zurückgegriffen. So plant die Gemeinde Wörthsee mit ihrem Projekt Wohnen am Teilsrain eine genossenschaftliche Wohnanlage auf 13 000 Quadratmete, und auch in Seefeld soll genossenschaftliches Wohnen realisiert werden. Nun zieht auch Andechs nach. Am Dienstagabend stellte der Münchner Architekt Frank Dressler im Auftrag der Maro-Genossenschaft ein erstes städtebauliches Konzept für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt in Erling vor.

Dressler präsentierte für das gut 4 200 Quadratmeter große Grundstück hinter dem "Haus Erling" zwei längliche Gebäude, die sich von Norden nach Süden hintereinander erstrecken, allerdings leicht versetzt auf dem Grundstück positioniert werden. Sie ähneln in ihrer Form den großen Bauernhäusern mit angeschlossenem Stadel. Die Grundfläche der Häuser beträgt circa 1400 Quadratmeter. Vorgesehen ist eine dreigeschossige Bebauung, die insgesamt eine Geschossfläche von gut 4000 Quadratmeter ermöglicht. Rund 37 Wohnungen könnten in den beiden Gebäuden neu entstehen.

Um die Gebäude mit einer Seitenlänge von 42 Metern lebendiger erscheinen zu lassen wird der Baukörper leicht geknickt. Durch diesen architektonischen Trick wirkt auch die mit neun Meter Wandhöhe aufwartende Stirnseite schmaler. "Uns war es wichtig, das die beiden zugegeben großen neuen Gebäude für die angrenzenden Nachbarn nicht zu massiv wirken", führt Frank Dressler aus. Geachtet wurde auch darauf, dass die neue Bebauung möglichst keinen Schatten auf die Nachbarschaft wirft.

Das Münchner Architekturbüro "Dressler, Mayerhofer, Rössler" ist spezialisiert auf Seniorenwohngemeinschaften, städtische Wohnbaugemeinschaften und genossenschaftliches Bauen. "Ein kommunikativer und generationenübergreifender Planungsansatz ist für uns ein wichtiger Katalysator", heißt es auf der Website des Büros. Das Andechser Projekt ist die erste Zusammenarbeit des Architekturbüros mit der Maro-Genossenschaft. Ganz in beider Sinne legt Dressler bereits in seinem ersten Entwurf viel Wert auf Begegnungsräume, die ein Zusammentreffen der Bewohner sowohl im Außenbereich wie im Inneren der Gebäude ermöglichen sollen. Hierzu sieht der Entwurf in jedem Haus ein lichtdurchflutetes Treppenhaus mit jeweils einem Lift vor. Alle Wohnungen werden barrierefrei geplant. Erschlossen werden soll die Anlage über die Raiffeisenstraße. Hierzu hat die Gemeinde jüngst noch ein 400 Quadratmeter großes Grundstück erwerben können. Die Tiefgaragenzufahrt wird sich hier befinden ebenso wie oberirdische Besucherparkplätze.

Auf die notwendigen Stellplätze angesprochen, bei 37 Wohnungen wären das 74, geben sowohl der Architekt als auch Maro-Geschäftsführer Martin Okrslar zu bedenken, dass gerade leer stehende Tiefgaragen die Mietkosten unnötig in die Höhe treiben. "Unsere Kunden haben keine drei Autos", scherzt Okrslar, der auch Vorstand beim Carsharing Pfaffenwinkel ist und in jedem Fall eine Carsharing Station in dem Projekt realisieren will. Architekt Dressler fügt zum wirtschaftlichen Aspekt noch den ökologischen hinzu: je größer die Tiefgarage desto mehr versiegelte Fläche. Ebenfalls vorgesehen ist eine Tagespflegeeinrichtung mit zwölf bis 15 Plätzen. Sie soll im südlichen Teil des Grundstückes untergebracht werden und über den Schmiedanger angefahren werden. SPD-Gemeinderat Peter Eberl regte an, die Anlage per Fernwärme aus der nahe gelegenen Molkerei Scheitz zu beheizen.

Grundsätzlich stieß die Konzeptstudie auf breite Zustimmung. Der Gemeinderat beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Nach der Billigung im Gemeinderat wird das Projekt an den Bauausschuss überwiesen.