Wetterrückblick:Krasse Kontraste

Wetterrückblick: Auf frühlingshafte Temperaturen am Wochenende folgt wieder abrupt Schnee: weiß eingestäubte Landschaft bei Leutstetten im Würmtal.

Auf frühlingshafte Temperaturen am Wochenende folgt wieder abrupt Schnee: weiß eingestäubte Landschaft bei Leutstetten im Würmtal.

(Foto: Sophie Linckersdorff)

Februar und März waren extrem wechselhaft mit mal eisigen, mal sommerlichen Temperaturen

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

Ein stetes Auf und Ab der Temperaturen, sonnige Frühlingstage im Wechsel mit Frost und Schneetreiben: Das Alpenvorland war nach einem winterlichen Januar im Februar und März extremen Wetterschwankungen unterworfen. Noch kurz vor Frühlingsanfang verzeichneten die Meteorologen des Observatoriums auf dem Hohen Peißenberg mit einer Höchsttemperatur von minus 3,5 Grad einen sogenannten Eistag, an dem das Thermometer nicht über die Nullmarke stieg. Nur elf Tage später, am letzten Märztag, wurden fast schon sommerliche 21,3 Grad Celsius erreicht. Davor aber hielt noch einmal der Winter Einzug: Von 14. bis 23. März lag am Observatorium eine geschlossene Schneedecke. Der gesamte vergangene Monat brachte fünf Eistage, Frost trat an 18 Tagen auf. Insgesamt aber lag der März 2021 mit einer Durchschnittstemperatur von 3,0 Grad Celsius um 1,4 Grad über dem langjährigen Mittel.

Der Februar 2021 fiel sogar um 4,5 Grad wärmer aus, als die Statistik der Jahre 1961 bis 1990 erwarten ließ. Und das, obwohl auf dem Hohen Peißenberg vom 8. Februar an fast eine Woche lang nur Eistage verzeichnet wurden. Die Tage zuvor waren freilich frostfrei und mit Tagesmaxima von bis zu 12 Grad sehr mild. Während am 13. Februar mit minus 14,9 Grad das Monatsminimum registriert wurde, herrschten sieben Tage später schon wieder plus 16,8 Grad; das Monatsmaximum wurde am 22. Februar mit 18,6 Grad erreicht. Wie auch am 20. und 25. Februar wurden neue Temperaturrekorde für die einzelnen Tage in der 240-jährigen Messreihe des Observatoriums aufgestellt. Von 20. bis 26. Februar schien die Sonne täglich neun bis zehn Stunden, der Monat brachte es auf 149 Stunden, fast um die Hälfte mehr als in einem durchschnittlichen Februar.

Im März war es in vielen Regionen der Republik zu trocken - nicht aber im Alpenvorland: Auf dem Hohen Peißenberg wurden mit 73 Litern pro Quadratmeter 13 Prozent mehr Niederschläge gemessen als im Monatsdurchschnitt. Die Klimaerwärmung lässt sich dort schon deutlich am langjährigen Temperaturmittel ablesen: Von 1961 und 1990 wurden für den März 1,6 Grad Celsius verzeichnet, zwischen 1991 und 2020 stieg der Wert auf 3,0 Grad. Und die Zahl der Tage mit Schneedecken sank in den jeweils 30-jährigen Zeiträumen von 691 auf 498 - also um ein Drittel.

© SZ vom 13.04.2021
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