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Weßling:Ab in den Wald

Gemeinde sucht Lösungen für den Mangel an Kitaplätzen

Fehlende Kindergartenplätze soll es in diesem Jahr nicht mehr geben. Zumindest hatte sich der Weßlinger Gemeinderat dieses Ziel gesteckt, nachdem die Warteliste im vergangenen Jahr nur unter größten Anstrengungen bis zum Beginn des Kindergartenjahrs abgebaut werden konnte. Ob das auch heuer gelingen wird, ist noch ungewiss. Die Anmeldefrist läuft noch bis Ende der Woche. "Eine Familie hat aber bereits eine Absage für den Waldkindergarten bekommen", sagte Michael Sturm (Freie Wähler) im Gemeinderat.

Die Gemeinde als Träger fast aller Kindertageseinrichtungen hatte in den letzten Monaten einige Provisorien geschaffen, Gruppen erweitert, Räume neu ausgebaut. So konnten fehlende Plätze kompensiert werden, aber für die Kitas bedeutet dies zusätzliche Belastungen. So müssten Kinder und Erzieher teilweise zwischen verschiedenen Gebäuden wechseln oder enger zusammenrücken. In Briefen an die Gemeinderäte mahnten die Weßlinger Erzieherinnen und Erzieher deswegen, dass die Gemeinde eine "für alle annehmbare Situation" schaffen soll und sich vorausschauend um Räume und Personal kümmern müsse.

"Wir ringen wirklich um eine Lösung", betonte Peter Weiß (FW) und schlug vor, einen weiteren Waldkindergarten einzurichten. "Das ist eine gute Alternative und schnell zu realisieren". Die Idee fand das Gremium zwar gut. Aber mindestens so schwierig wie die Suche nach neuen Räumen sei es, geeignetes Personal zu finden. Angesichts zusätzlicher Qualifikationen, die für die Leitung eines Waldkindergartens notwendig seien, "wird es schwierig, jemanden zu bekommen", so Sieglinde Wastian (CSU). Immerhin hat die Gemeinde derzeit für ihre Kitas "Bewerbungen laufen", wie Bürgermeister Michael Muther (FW) betonte.

Petra Slawisch (Grüne) schlug vor, in den beiden Schulen nach leer stehenden Räumen zu suchen, Doch die Schülerprognosen lassen keine Entspannung erwarten. Schulleiterin Maria Streifinger geht von 64 Erstklässlern aus, die in drei Klassen aufgeteilt werden sollen. 48 Kinder besuchen die zweiten und 58 die dritten Klassen. Genaueres kann aber erst nach der Einschreibung am 18. März gesagt werden. "Das Schulhaus in Oberpfaffenhofen ist voll", erklärte sie. In Weßling wäre eventuell ein Raum innerhalb der Schule frei für einen Kindergarten. "Ich bin aber skeptisch, weil wir einen großen Zuzug haben", sagte sie.

Eventuell könnte im Freizeitheim Hochstadt ein Raum, der derzeit von den Sängern genutzt wird, als Kita umfunktioniert werden. "Der ist direkt an die Krippe angegliedert", versicherte Sturm. Gemeinsam mit der Genehmigungsbehörde, dem Landratsamt Starnberg, wird Muther diese Option prüfen.

© SZ vom 20.02.2020
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