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Verschönerungsverein:Zuwachs für die Seeanlagen

Bäume für den kleinen Park: Katrin Gabriel und Stephan Widler vom Verschönerungsverein, Armin Wörlein als Vertreter der Baumschule, Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul und Gustav Arnold vom kommunalen Bauamt (von links) bei der Pflanzaktion am Dampfersteg in Riederau.

(Foto: Arlet Ulfers)

Nach dem Kauf einer Fläche beim Dampfersteg in Riederau werden dort auch Bäume gepflanzt

Von Armin Greune, Dießen

Im Vergleich zum Hauptort nehmen sich die Seeanlagen im Ortsteil Riederau der Gemeinde Dießen bescheiden aus. Schon wegen der Größe: Da stehen 1900 Quadratmeter 18 000 gegenüber. Allerdings ist der kleine öffentliche Park in Riederau heuer um mehr als zwei Drittel gewachsen: Die Gemeinde hat 822 Quadratmeter am Dampfersteg im Vorkaufsrecht erworben. Auch gestalterisch wird die Anlage mit Hilfe des Verschönerungsvereins Riederau aufgewertet: Ein Boulebahn ist schon angelegt, drei zusätzlich Ruhebänke sind aufgestellt. Am Freitag wurden bei einem symbolischen Spatenstich zwei ansehnliche Bäume gepflanzt.

Etwa 15 Jahre sind die beiden Exemplare alt, je vier Mal wurden sie von einer Dießener Baumschule umgesetzt. Gut 1200 Euro ließ der Verschönerungsverein Material und Aktion kosten, wobei die örtliche Firma einen ordentlichen Preisnachlass gewährte. "Ein tolles Geschenk für die Gemeinde", fand Bürgermeisterin Sandra Perzul, zumal der Verein auch schon 300 Tulpenzwiebeln gesetzt und die drei Bänke aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert hat. Dießens Bauhof hat die Altlasten entfernt und die Fläche eingeebnet.

Als Baumarten wählte man einen etwa sechs Meter hohen Rot-Ahorn und eine Felsenbirne, die deutlich langsamer gewachsen ist. An ihren Blüten finden Insekten, an den wohlschmeckenden Beeren Vögel Nahrung. Der Rot-Ahorn ist zwar keine heimische Art, dennoch wegen der frühen Blüte für Insekten wertvoll, erläuterte Experte Armin Wörlein. Der Rot-Ahorn biete zwar kaum Nektar, aber reichlich Pollen. Und im Herbst mit seiner intensiven Rotfärbung etwas fürs Auge.

Apropos Auge: Die Artenwahl wurde auch darauf abgestimmt, die Sichtachsen der einzigen Nachbarn nicht zu verstellen: Anders als die zunächst von der Gemeinde ins Auge gefassten Kastanien wachsen Rot-Ahorn und Felsenbirne kaum über 15 Meter Höhe hinaus. Diese Rücksicht auf die Hinterleger war auch beim Erwerb vertraglich festgelegt worden; schließlich gehörte das Areal zum Garten der sogenannten Dietrich-Villa. Zum Sicht- und Lärmschutz des Anwesens, das nun eine Werbeagentur beheimatet, wurde schon vor drei Jahren eine Hecke gepflanzt.

Ursprünglich reichte der Park der 1899 erbauten Villa vom Seeweg Süd bis ans Ammerseeufer; der Platz vor dem Dampfersteg wurde erst später aufgeschüttet, sagt Stephan Widler, Vorsitzender des Verschönerungsvereins. Noch früher lagerten Flößer ihre Stämme auf der Wiese wie auch auf dem heute umzäunten Bade- und Erholungsgelände nebenan. Der offene Park am Steg soll eine Station auf dem einstündigen ortshistorischen Rundgang werden, den der Verein ausarbeitet. Der ist übrigens nur drei Jahre jünger als die Villa und wurde 1902 von 25 engagierten Bürgern gegründet.

© SZ vom 12.12.2020
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