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Utting:Weltkriegsgranate im Ammersee geangelt

Einen gefährlichen Fang hat ein 17-jähriger Uttinger gemeinsam mit seiner 17-jährigen Freundin am späten Samstagnachmittag beim Magnetfischen am Uttinger Dampfersteg gemacht. Bereits beim ersten Wurf hatte er laut Polizei Dießen einen Gegenstand an seiner "Angel", den er an Land sofort als Granate identifizierte. Seine Freundin verständigte daraufhin per Notruf die Polizei. Die herbeigerufene Streife sperrte den Summerpark bis zum Eintreffen des Kampfmittelräumdienstes ab. Die Sprengstoffexperten stellten fest, dass es sich bei der Granate um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handelte, der nicht entschärft werden konnte. Er wurde daher fünf Meter vom Dampfersteg entfernt im Ammersee gesprengt. Verletzt wurde niemand. Allerdings hat das Magnetfischen für den 17-Jährigen laut Polizei ernste Konsequenzen. Denn es ist am Ammersee verboten. Der Fall zeigt auch, warum. Denn selbst mehr als 70 Jahre nach Kriegsende befinden sich noch immer gefährliche Gegenstände im See, die laut Polizei nur von Spezialisten mit entsprechender Erlaubnis des Landratsamtes gesucht werden dürften. Den jungen Uttinger erwartet nun eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, da er den gesperrten Dampfersteg betreten habe, außerdem eine Anzeige wegen Magnetfischens ohne Erlaubnis.

© SZ vom 08.03.2021 / bad
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