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Umweltschutz:Drogenutensilien vorm Kindergarten

Gilchinger Bürgermeister klagt über Müll im Wald am Steinberg

Von Christian Deussing, Gilching

Im Wald, auf Wiesen und Parkbänken hinterlassen immer mehr Menschen in der Region ihren Unrat - so auch in Gilching. Es sei auffallend, wie die Umgebung "zunehmend vermüllt", klagte Grünen-Gemeinderat Herbert Gebauer am Dienstag in der Ratssitzung. Diese Entwicklung sei aber wohl auch auf die Pandemie zurückzuführen. Gebauer schlug vor, auf das Müllproblem auch kreativ zu reagieren und zum Beispiel Schilder an Sitzbänken aufzustellen.

"Ich glaube nicht, dass sich diese Personen von solchen Schildern aufhalten lassen", befürchtete dagegen Bürgermeister Manfred Walter (SPD). Besonders schlimm gehe es beim Waldkindergarten am Steinberg zu, wo Drogenutensilien und leere Alkoholflaschen gefunden worden seien. Die Polizei sei schon mehrmals dagewesen und habe den Ort im Fokus, berichtete Walter. Zudem würden Leute mit "Null Unrechtsbewusstsein" die Natur als Freizeitpark nutzen und sogar "jenseits menschlicher Vernunft im Wald grillen". Das könne so nicht weitergehen, es müsse etwas dagegen getan werden, mahnte der Rathauschef. Aber mit diesem Verhalten und diesen Problemen hätten auch andere Gemeinden jetzt zu kämpfen.

Besorgt zeigt sich auch sein Stellvertreter Martin Fink (CSU). Er warnte vor einer erhöhten Waldbrandgefahr durch Abfall und Scherben von Flaschen nach Partys und anderen Treffen von Leuten im Wald. Diese hätten kein Gefühl für die Natur, sollten aufgegriffen werden und Strafe zahlen, forderte Fink, der auch Kreisvorsitzendender der Waldbesitzervereinigung (WBV) ist. Es sei daher wichtig, hinzuschauen und entsprechende Gruppen zu melden.

Peter Unger (Grüne) fand jedoch, dass es wichtiger sei, aufzuklären und zu informieren, denn die Polizei könne dieses Problem nicht lösen. Überdies dürfe man nicht vergessen, dass Jugendliche wegen der erheblichen Einschränkungen durch Corona auf ihre Treffen und Feiern verzichten müssten.

© SZ vom 22.04.2021
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