Umweltschutz:154 Bierdeckel in einer Stunde

Umweltschutz: Sie haben sich über Müll im Starnberger See geärgert und sind spontan aktiv geworden: Arthur von Einem (Mitte) mit Cousin Camillo und Cousine Antonia.

Sie haben sich über Müll im Starnberger See geärgert und sind spontan aktiv geworden: Arthur von Einem (Mitte) mit Cousin Camillo und Cousine Antonia.

(Foto: privat)

Kinder tauchen nach Unrat im Starnberger See

Von COra Krüger, Starnberg

Flaschen, Plastik, Zigarettenstummel: Nicht selten hinterlassen Besucherinnen und Besucher auch am Ufer des Starnberger Sees ihre Spuren. Dass der Müll aber nicht nur an Land, sondern auch im Wasser ein echtes Problem darstellt, musste der achtjährige Arthur von Einem bei einem Badeausflug feststellen. Mit einer Taucherbrille ausgerüstet, sagte er zusammen mit seinem Cousin Camillo und seiner Cousine Antonia der Verschmutzung den Kampf an.

Eigentlich wohnt Arthur in Berlin. Wie jedes Jahr verbrachte der Schüler aber seiner Familie eine Ferienwoche bei der Großmutter im Münchner Süden. Zum Baden ging es an den Starnberger See. Als er zusammen mit dem elfjährigen Camillo und der achtjährigen Antonia beim Steg in Percha im Wasser planschte, bemerkten die Kinder unzählige Bierdeckel auf dem Grund des Sees. Zunächst ohne Hintergedanken fingen sie an, die Hinterlassenschaften aufzutauchen. "Wir haben Müll gesammelt, warum kann ich gar nicht sagen. Camillo hat die ersten zwei Deckel gefunden, das hat uns irgendwie Spaß gemacht", erzählt Arthur der SZ.

Die Beute der Kinder kann sich sehen lassen: In nur einer Stunde sammelten die Drei 154 Bierdeckel, außerdem auch zahlreiche Scherben und Münzen. "Das hat mich schon wirklich schockiert", so Arthur. Dass die Menschen ihren Müll in den Starnberger See werfen, ärgert ihn: "Wenn man auf die Bierdeckel drauf tritt, kann man sich auch wirklich schneiden". Außerdem sei der Müll schlecht für das Wasser und die Umwelt. Deshalb wünschen sich die Kinder von allen Seebesuchern, dass sie ihren Müll nicht liegen zu lassen, sondern mit nach Hause nehmen. "Ich glaube, sie haben alle den Drang, die Welt ein bisschen sauberer zu machen", meint Arthurs Vater Johannes von Einem.

© SZ vom 23.08.2021
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