bedeckt München

Tourismus:Zweimal Zugspitze

Possenhofen Starnberger See

Das Alpenpanorama soll es in Possenhofen bald zweimal geben: wie hier in natura und auf einer etwa drei Meter breiten und 2,10 Meter hohen Infotafel.

(Foto: Georgine Treybal)

Pöcking will direkt am Seeufer im Possenhofener Paradies eine transparente Schautafel aufstellen lassen, die das Alpenpanorama in dreidimensionaler Grafik zeigt. Dazu gibt es Informationen über die Entstehung der Gletscherlandschaft und die Geschichte des Schlosses

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Pöcking

Wer vom Paradies aus in die Weite schaut, kann Wettersteinmassiv und Zugspitze bald zweimal sehen. Pöcking will auf seinem gemeindeeigenen Seegrundstück in Possenhofen eine Infotafel zum Alpenpanorama aufstellen lassen: eine durchsichtige, etwa drei Meter breite und 2,10 Meter hohe Schauwand, die direkt am Seeufer auf Höhe von Schloss Possenhofen angebracht werden soll. Dies hat der Hauptausschuss nach eingehender Diskussion einstimmig beschlossen. Die Kosten des Projekt sind laut Simone Greve (Grüne) mit etwa 10 000 Euro veranschlagt. Die Gemeinde hofft, so Vorreiter in Sachen Fremdenverkehr im Landkreis Starnberg zu werden.

Die Schautafel hat Rudolf Huber vom beauftragten Planungsbüro für die Gemeinde entworfen, sie soll dem Corporate-Identity-Konzept angepasst werden, das er im Jahr 2007 für Pöcking entwickelt hatte. Die dreiteilige Infotafel ist durchsichtig, so dass der Betrachter die Landschaftsgrafik mit dem tatsächlichen Blick auf die Berge vergleichen kann.

Der Textteil informiert über die Entwicklung der Gletscherlandschaft und die Entstehung des Starnberger Sees sowie über die Geschichte von Schloss Possenhofen. Daneben wird zudem ein Foto mit dem Alpenpanorama bei Föhn zu sehen sein. Huber sagte bei der Vorstellung des Projekts, dass sich der Entwurf deutlich von den Schautafeln abhebe, die normalerweise über das Alpenpanorama informieren. Denn die dreidimensionale Gestaltung der Grafik, auf der die einzelnen Berggipfel und Täler mit Nummern markiert sind, sei "außergewöhnlich", meinte er. Als zusätzliche Orientierungspunkte sind darüber hinaus die Kirchtürme der Seegemeinden Bernried und Seeshaupt markiert.

Die Verbesserungsvorschläge des Gremiums sollen zusätzlich in den Entwurf eingearbeitet werden. So soll beispielsweise die weiße Schrift schwarz oder grau hinterlegt werden, damit sie auf dem durchsichtige Glas besser zu lesen ist. Zudem soll ein QR-Code angegeben werden, der mit der Homepage der Gemeinde verlinkt ist und den Text in mehreren Fremdsprachen anzeigt.

Um die von Christian Fries (Grüne) befürchteten mutwilligen Sachbeschädigungen auszuschließen, soll die Infotafel aus dem Material Verbundglas gefertigt werden, das als nahezu unzerstörbar gilt. Huber wies darauf hin, dass die Zerstörungswut abnehme, je höherwertiger das Material sei. Dies hätten Studien ergeben. "Wir haben sehr sensible Schlossbewohner. Wenn es Vandalismus gäbe, wüssten wir das", war sich Bürgermeister Rainer Schnitzler sicher. Albert Luppart (PWG) schwärmte, dass Ausflügler von dem gemeindeeigenen Areal aus einen der schönsten Blicke über den See bis zu den Alpen genießen könnten. Mit der Schilderwand werde womöglich dieser Ausblick verstellt, gab der Referent für Kultur und Marketing zu bedenken. Auf Vorschlag von Bürgermeister Schnitzler soll deshalb der Gemeinderat zu einem Ortstermin eingeladen werden, um den genauen Standort der Schautafel festzulegen.

© SZ vom 09.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite