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Tourismus:Zimmer mit Seeblick

Er will sein "Hotel Seehof" in Weßling möglichst schnell modernisieren und dann selbst führen: Eigentümer Florian Aenishänslin.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die Eigentümer des "Hotel Seehof" in Weßling, Julia und Florian Aenishänslin, wollen das Haus künftig selbst führen und komplett modernisieren. Aus Einzel- werden Familienzimmer, das Restaurant wird größer, der Biergarten bleibt. Der Bauausschuss hat die Pläne bereits einstimmig gebilligt

Von Patrizia Steipe, Weßling

Der "Notstand", wie es CSU-Gemeinderat Andreas Lechermann bezeichnete, könnte bald beendet sein. "Dann gibt es endlich wieder eine Wirtschaft in der Gemeinde". Vor etwa einem Jahr hatte der Gemeinderat mit der Aufstellung eines Bebauungsplans "Hotel Seehof" begonnen und dem Planungsbüro Dragomir die Ausarbeitung übertragen.

Die Eigentümer des Hotels Seehof, Florian und Julia Aenishänslin, hatten Anfang des Jahres die Leitung des Unternehmens selbst übernommen. Die ehemaligen Pächter des Herrschinger Piushofs wollen nun ihren Weßlinger Betrieb modernisieren. So sollen die Hotelzimmer mit den vielen Einzelzimmern beispielsweise an die verstärkte Nachfrage nach Familienzimmern angepasst werden und auch neue Zimmer entstehen. Einige werden mit Seeblick punkten können. Außerdem muss aus Brandschutzgründen ein neues Treppenhaus errichtet werden. Eine "angemessene Gaststätte vor allem für die ortsansässige Bevölkerung" ist laut Sitzungsvorlage geplant. Dafür soll das Restaurant vergrößert werden. Ein Biergarten wird bleiben. Allerdings müssen vier der sieben alten Kastanien gefällt werden. Sie seien kaputt und verkehrsgefährdend, hatte der Eigentümer erklärt. Der Ortsbildbeirat regte einen Fahrradstellplatz für die Besucher des Biergartens an. Genau regeln möchte der Bauausschuss die Beschilderung an Hotel und Gaststätte. Die Menge der Schilder und der beleuchteten Werbung soll stark eingegrenzt werden. Außerdem soll das Licht in der Nacht abgeschaltet werden, so wie es der Gemeinderat auch bei anderen Gewerbebetrieben am See bestimmt hat. Wegen des neuen Zugangs von der Seeseite aus, ist aber Licht notwendig. Die Gäste sollen schließlich nicht mit der Taschenlampe geleitet werden müssen, so Clemens Pollok (Grüne). Da der Bereich am Weßlinger See Naturschutzgebiet ist, bat er, dass der Bauwerber wegen der exponierten Lage seines Betriebs seine Vorstellungen bezüglich der Werbetafeln präsentiert.

Den Seehof in Weßling gibt es bereits seit etwa 200 Jahren. Der alte Gasthof am Seeweg wurde in den Achtzigern abgerissen und durch den Hotel-Neubau ersetzt. Dass der Bauwerber wohl bereits in einigen Monaten mit dem Bau beginnen könnte, liegt daran, dass bei diesem Bebauungsplan das beschleunigte Verfahren der Innenentwicklung angewandt wird. Bei diesem Verfahren kann auf eine Umweltprüfung verzichtet werden. Außerdem reicht es, wenn der Flächennutzungsplan nach Inkrafttreten des Bebauungsplans angepasst wird. Jetzt fehlt noch ein Konzept für die Entwässerung des Regenwassers. Außerdem muss auf die neue Abstandsflächensatzung der Gemeinde Bezug genommen werden. Inhaltlich hat sich durch sie zwar kaum etwas verändert, aber aus formalen Gründen ist der Verweis notwendig.

Der Bauausschuss billigte den Plan einstimmig. Jetzt sollen die Änderungen eingearbeitet und der Plan vier Wochen lang öffentlich ausgelegt werden.

© SZ vom 05.02.2021
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