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SZ-Podiumsdiskussion:Wer wird Landrat von Starnberg?

Fünf Kandidaten stellen sich im Gautinger Bosco den Fragen des Publikums. Martina Neubauer (Grüne), Christiane Kern (SPD), Stefan Frey (CSU), Cédric Muth (FDP) und Matthias Vilsmayer (FW) wollen Karl Roth (CSU) nachfolgen. Hier können Sie die Diskussion mitverfolgen.

19.10 Uhr: Als erste von den Kandidaten ist Martina Neubauer (Grüne) da. Sie geht gleich rauf aufs Podium, fragt nach ihrem Platz, legt die Handtasche ab. Im Saal sind die ersten Reihen schon belegt.

19.35 Uhr: Es geht los. Stefan Frey (CSU) sagt, er sei "angespannt wie immer", Cédric Muth (FDP) hat "nach Hanau gemischte Gefühle". Christiane Kern (SPD) ist einfach nur "aufgeregt".

19.45 Uhr: "Wir sind das volle Gegenteil": Das sagt Christiane Kern (SPD) in der Vorstellungsrunde über Stefan Frey (CSU). Matthias Vilsmayer (FW) findet Martina Neubauer (Grüne) "kämpferisch, aber manchmal zu parteiideologisch".

19.55 Uhr: Anhänger der AfD protestieren, weil ihr Kandidat nicht auf dem Podium sitzt. Seine Kandidatur war erst nach Abschluss der Veranstaltungsplanung bekannt geworden. Die etwa 15 Personen verlassen im Unmut den Saal.

20.15 Uhr: Stefan Frey (CSU) will "Gewerbegebiete mit Kopf". Diese gerne auch in einer landkreisübergreifenden Planung. Doch ob da alle Kommunen mitziehen würden? Christiane Kern (SPD) fände eine koordinierte Planung auch gut. Doch die Zweifel in der Runde sind groß. Noch werde durch die Gewerbesteuer-Regelung der "Egoismus der Kommunen" gefödert, wie Cédric Muth (FDP) beklagt.

20.25 Uhr: Zum Thema "bezahlbarer Wohnraum" sagt Matthias Vilsmayer (FW): "Keiner von uns wird es in den nächsten zehn Jahren schaffen, großflächig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen". Martina Neubauer (Grüne) sieht die Kommunen in der Pflicht, nur sie könnten entsprechende Flächen ausweisen. Außerdem spiele der Verband Wohnen eine große Rolle. Einig ist man sich auf dem Podium, dass alle Energie in den Geschosswohnungsbau fließen muss.

20.40 Uhr: Christiane Kern (SPD) und Martina Neubauer (Grüne) sprechen sich für die sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) aus. Davon gelte es die Kommunen zu überzeugen.

20.49 Uhr: Wie ist es zu schaffen, für die aktuell mehr als 600 Fehlbeleger in den Asyl-Unterkünften im Landkreis Wohnraum zu schaffen? "Zweitwohnungsteuer erheben und Zweckentfremdungssatzung einführen", schlägt Christiane Kern (SPD) vor. Applaus.

20.55 Uhr: Kontroverse beim Thema Einscheimischenmodell: Matthias Vilsmayer (FW) ist dafür, Stefan Frey (CSU) und Martina Neubauer (Grüne) sind dagegen.

21.03 Uhr: Was tun gegen die vielen Touristen, die am Wochenende in den Landkreis fahren, hier die Straßen verstopfen und die Parkplätze an den Seen belegen. Nun, jeder habe das Recht, die Natur und die Seen zu genießen, sagt Martina Neubauer (Grüne): "Wir müssen Angebote machen, dort nicht nur mit dem Auto hinzukommen". Parken müsse unattraktiv werden etwa durch Gebührenerhebungen. Zusperren könne man die Seen jedenfalls nicht. Matthias Vilsmayer (FW) sagt, von Radschnellwegen und einem bessern ÖPNV würden nicht nur die Touristen profitieren, sondern auch die Menschen im Landkreis. Stefan Frey (CSU) sagt, für Verbesserungen müssten die betrofenen Kommunen gemeinsam ihre Vorstellungen kommunizieren, etwa was Shuttlebusse oder etwa den Ausbau des Radwegenetzes betrifft. Und den Bahnverkehr gelte es barrierefrei auszubauen, hier müsse der Landkreis Druck machen.

21.10 Uhr: Wo bleiben die E-Ladesäulen, die es für eine Mobilitätswende braucht? Cédric Muth (FDP) und Matthias Vilsmayer (FW) sehen hier nicht den Landkreis und die Kommunen in der Pflicht. Diese seien lediglich Ideengeber, nicht aber Tankstellenbetreiber. Stefan Frey (CSU) sagt, die Kommunen und der Staat müssten aber zumindest mit gutem Beispiel vorangehen.

21.14 Uhr: Thema Energiewende. "Ich freue mich, wenn ich die Windräder sehe", das Berger Bürgermodell sei ein Vorreitermodell, sagt Matthias Vilsmayer (FW). "Ein Mix aus allem" wünscht sich Christiane Kern (SPD), um die Energiewende schaffen zu können. Cédric Muth (FW) will ein einheitliches Windkraftprogramm für den Landkreis entwickeln. Martina Neubauer (Grüne) sagt, der Landkreis müsse sich auch an die Geothermie ranwagen. Stefan Frey (CSU) sieht einen "irre Nachholbedarf" bei den Bürgern, was Photovoltailkanlagen und energetische Sanierungen betrifft. Hier müsse man aufklären und unterstützen.

21.25 Uhr: 180 Millionen Euro Schulden - muss das sein? Ja, sagt Martina Neubauer (Grüne), denn es handle sich um "Investitionen in die Zukunft". Christiane Kern (SPD) steht auch zu den Schulden: "Es hat ja jeder was davon." Matthias Vilsmayer (FW) stimmt grundsätzlich zu, fügt jedoch hinzu, dass der Landkreis damit den Kommunen auch den Spielraum für eigene Projekte nehme. Auch Stefan Frey verteidigt die Ausgaben: "Wer A sagt, muss auch B sagen." Cédric Muth (FDP) sagt, künftig müsse mit realistischen Zahlen geplant werden.

21.39 Uhr: Eine Frage aus dem Publikum: Wird es künftig Nutzungszeiten im Starnberger Seebad für die Schüler der Gemeinde Gauting geben? Stefan Frey (CSU) sieht kaum Chancen, zu stark sei die Nachfrage zahlreicher Kommunen. Martina Neubauer (Grüne) hielte es für wichtig und richtig, gerde wenn es um die Schwimmfähigkeit der Allerkleinsten gehe.

21.44 Uhr: "Ein durchgehender Zwanzig-Minuten-Takt bei der S-Bahn - Was werden Sie dafür tun?" will Zuhörer Hans Herde wissen. Martina Neubauer (Grüne) würde "dafür ganz massiv reingehen in die Verhanldungen mit dem Freistaat", sich auch für einen Regionalzug-Halt in Gauting einsetzen. Stefan Frey (CSU) setzt seine Hoffnung auf die zweite Stammstrecke, welche Entlastung bringe.

21.55 Uhr: Große Einigkeit beim Thema Integration von Flüchtlingen: "Alle Möglichkeiten ausnutzen", um Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, will Matthias Vilsmayer (FW). Auch Stefan Frey (CSU) sagt, er würde "jeden Ermesensspielraum ausnutzen, damit Flüchtlinge arbeiten können: "Arbeit ist das beste Mittel zur Integration." Martina Neubauer (Grüne) spricht von strukturellen Problemen bei der Integration von Flüchtlingen, es handle sich nicht um Einzelfälle.

22.05 Uhr: Schlussrunde zur Demokratie: Was tun gegen Hetze und Rechtsruck?Stefan Frey (CSU): "Nicht übereinander, sondern miteinander reden. Und Zivilcourage zeigen."

Martina Neubauer (Grüne): "Wertschätzend miteinander umgehen. Ich liebe die politische Auseinandersetzung, aber verbale Entgleisungen gehen nicht."

Cédric Muth (FDP): "Gerade den Minderheiten gilt es, den Rücken zu stärken. Das ist auch Aufgabe der Kommunalpolitiker, gemeinsam müssen wir solidarisch zusammenstehen."

Christiane Kern (SPD): "Bin richtig stolz auf Sie, denn wir haben heute gezeigt: Wenn wir zusammenhalten, dann geht die AfD."

Matthias Vilsmayer (FW): "Es gibt ja den Runden Tisch gegen Rechts im Landkreis, der hat die vergangenen sechs Jahre aber nicht getagt. Das finde ich schade. Den würde ich als Landrat beleben."

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