Starnberg:Schulterschluss für die Demokratie

Starnberg: Wollen sich für Demokratie engagieren: Kerstin Jann, Benedikt und Christiane Krinner, Ben Barho, Rainer Hange, Christiane Falk, Erika Schalper und Max Laufer (von links).

Wollen sich für Demokratie engagieren: Kerstin Jann, Benedikt und Christiane Krinner, Ben Barho, Rainer Hange, Christiane Falk, Erika Schalper und Max Laufer (von links).

(Foto: Georgine Treybal)

In der Kreisstadt hat es bisher keine Aktionen gegen Rechtsextremismus gegeben. Ein neuer Verein soll das ändern.

Von Fabiane Houben und Dario Weber, Starnberg

Unter dem Namen "gemeinsam.demokratisch.bunt" hat sich in Starnberg ein neuer Verein gegründet, Vorstand ist Christiane Krinner. Der Verein solle sich für Demokratie starkmachen, wie die Starnbergerin bei der Vorstellung in der vergangenen Woche erklärte. Die 61-Jährige hatte im vergangenen Jahr bereits das "Bunte Stadtfest" in Starnberg organisiert und zeigt sich überzeugt, dass dieses Engagement weiterhin nachhaltig umgesetzt werden muss.

Um an den Erfolg des Stadtfestes anzuknüpfen, entschloss sich Krinner, die auch Ortsvorstand der Grünen in Starnberg ist, einen neuen Verein zu gründen. "Wir wollen uns über mehrere Jahre gegen Rechtsextremismus und für Demokratie einsetzten." Dabei ist ihr besonders wichtig, dass der Verein überparteilich ist. Das bedeutet, er soll allen demokratisch gesinnten Menschen offen zustehen, die den Zweck des Vereins anerkennen. Grundsätze des Vereins sind "eine pluralistische, tolerante und freie Gesellschaft".

"Besonders nach den Entwicklungen Anfang des Jahres fanden wir es umso wichtiger, diesen Verein zu gründen", sagt Krinner. Dieser soll dem gesamten Landkreis offenstehen. Nicht nur Starnberger, sondern auch Menschen aus Gauting oder Tutzing können beispielsweise beitreten.

Im Vordergrund sollen Veranstaltungen rund um das Thema Demokratie stehen. Hierzu zählen Podiumsdiskussionen, Lesungen, ein Fest der Demokratie, kulturelle Veranstaltungen sowie Zeitzeugengespräche. Nachdem die Nachbargemeinden bereits Aktionen gegen Rechtsextremismus organisiert haben, will Krinner, dass nun auch endlich in Starnberg etwas gemacht wird. "Es ist wichtig, dass Starnberg auch ein Zeichen setzt."

"Wir hoffen auf ein schönes Gemeinschaftsgefühl"

Das Landratsamt hat dies bislang zwar noch nicht offiziell genehmigt, aber Krinner ist zuversichtlich, dass sie gemeinsam mit vielen engagierten Bürgern ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen kann, egal ob mit Kerzen, Taschenlampen oder Lichterketten: "Wir hoffen auf schöne Bilder und ein schönes Gemeinschaftsgefühl", so Krinner. Geplant ist zudem eine sogenannte "silent conference". Dabei bekommt jeder Teilnehmende einen Zugangscode und kann das Gesagte über das Handy hören.

Der bisher geplante Mitgliedsbeitrag beträgt 60 Euro jährlich. Unter den elf Gründungsmitgliedern des Vereins sind neben Mitglieder der Grünen auch solche aus SPD und FDP. Von der CSU gab es bisher noch keine Rückmeldung. Krinner hofft aber auf ein so breites politisches Spektrum wie möglich. Unter diesem Motto steht auch das Logo des Vereins. Mit der Farbe Orange habe man bewusst einen Farbton gewählt, der politisch neutral ist. Die angestrebte Vielfalt findet sich auch unter den Gründungsmitgliedern wieder, die nicht nur aus Starnberg, sondern auch aus umliegenden Gemeinden kommen.

Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse kontakt@gemeinsam-demokratisch-bunt.de in den Verteiler aufnehmen lassen. Am Sonntag, 3. März, um 18.30 Uhr ist ein Lichtermeer an der Starnberger Seepromenade geplant. Treffpunkt ist um 18 Uhr.

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