Starnberg Info-App für Migranten

Sabine Neumann, die Fachbereichsleiterin Asyl im Landratsamt, hat für ausländische Neubürger und für Migranten ein neues Angebot zum Herunterladen auf das Handy.

(Foto: Thiel)

Der Landkreis Starnberg bietet künftig auf Smartphones und Computern ein Veranstaltungsprogramm für Flüchtlinge an.

Von Wolfgang Prochaska, Starnberg

Für ausländische Landkreisbürger und für Flüchtlinge bietet der Landkreis künftig eine Info-App an. Wie Sabine Neumann, Leiterin des Fachbereichs Asyl im Landratsamt, im Kreistag berichtete, wird das Softwareprogramm Sprachkurse, Sport- und Kulturveranstaltungen zum Inhalt haben. Praktisch sollen sämtliche lokalen Angebote, die für Asylbewerber und für ausländische Neubürger wichtig sind, dort abrufbar sein. In etwa vier Monaten kann das Programm heruntergeladen werden, so Neumann. Der Kreistag stimmte der Einführung einstimmig zu.

Etwa 20 000 Landkreisbewohner mit ausländischer Herkunft und 1800 Flüchtlinge leben derzeit im Fünseenland. Fast alle besitzen ein Smartphone. Deshalb lag die Idee nahe, eine App zu entwickeln. Laut Sabine Neumann haben Studenten aus Augsburg und München ein Anwendungsprogramm mit dem Namen "Integreat-App" entwickelt. Die Firma "Tür an Tür Digital Factory" vertreibt das Programm. Das Gute an dieser Anwendung: Es kann offline als Handy-App sowie als Web-App genutzt werden. Das Programm wird die Homepage des Landkreises ergänzen. Für die Nutzer sollen alle Inhalte in verschiedenen Sprachen abrufbar sein. Über den Inhalt bestimmt der Landkreis, hat aber die Möglichkeit, die Pflege der Inhalte und ihre Erstellung auf verschiedene Organisationen zu verteilen. Die App soll für Nutzer kostenlos sein; die Übersetzungen und die laufende Pflege kosten allerdings Geld.

Für den Landkreis rät die Fachbereichsleiterin Asyl, auf der App die Inhalte in Farsi - das ist die Schriftsprache in Afghanistan und dem Iran - Arabisch und Englisch anzubieten, da ein Großteil der Migranten eine dieser Sprachen lesen kann. Die Übersetzung auf Englisch will man selber stemmen, Farsi und Arabisch hingegen sollen ein Übersetzungsbüro übernehmen. Letzteres kostet laut Neumann knapp 2400 Euro. Die späteren Übersetzungskosten in den laufenden Jahren etwa für Updates kommen auf lediglich 476 Euro im Jahr. Insgesamt belaufen sich die Kosten mit Pflege und Übersetzungen auf knapp 6000 Euro jährlich; ab dem zweiten Jahr sinkt der Preis auf 4000 Euro.

Ob man wirklich auch im zweiten Jahr die Unterstützung braucht, wird sich noch zeigen. Nach dem ersten Jahr will man prüfen, wie die Sache gelaufen ist und ob man weiterhin Hilfe benötigt. Auf jeden Fall stellt die App für Migranten voraussichtlich eine kostengünstige und leichte Möglichkeit dar, sich über Angebote in den Vereinen und über Sprachkurse zu informieren, betonte Neumann. Aber auch für die ehrenamtlichen Helfer und die Hilfsorganisationen stelle dieses Programm eine zusätzliche Hilfe dar. Die Mitarbeiter des Fachbereichs werden künftig die Verwaltung des Programms mit den Inhalten übernehmen. Neumann betonte, es sei deshalb kein zusätzliches Personal notwendig, was nicht nur Landrat Karl Roth gern gehört hat.