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Starnberg:Leben und Arbeiten mit Blick auf den See

Starnberg: Kaiser-Wilhelmstr./BHF zukünftiges Baugrundstück

Direkt an der Ecke zur Kaiser-Wilhelm-Straße in Starnberg soll in Seenähe ein Wohn- und Geschäftshaus entstehen.

(Foto: Nila Thiel)

Wohn- und Geschäftshaus mit Gaststätte soll Starnberger Bahnhofsbereich beleben

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Starnberg

An der Ecke Bahnhofsplatz und Kaiser-Wilhelm-Straße soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Vor zwei Jahren hat der Starnberger Bauausschuss ersten Vorplanungen zugestimmt, jetzt sind Änderungen geplant, die in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan einfließen und in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Investor festgeschrieben werden sollen. Der Wunsch nach einer möglichen Umnutzung nach zwei Jahren sowie die Fassadengestaltung stießen im jüngsten Bauausschuss zunächst auf Kritik. Letztlich gingen die Forderungen jedoch mit kleinen Änderungen durch und das Bebauungsplanverfahren kann eingeleitet werden.

Im Jahr 2018 waren im Erdgeschoss Läden, darüber Gewerbe, beziehungsweise Büros und in den oberen Stockwerken Wohnungen geplant. Nun wünscht sich der Investor Wohnungen im Gebäude an der Kaiser-Wilhelm-Straße und eine Gaststättennutzung im Bereich des Bahnhofsplatzes. Falls jedoch das Lokal nicht innerhalb von zwei Jahren vermietet werden kann, sollte eine Büronutzung ermöglicht werden. Darüber war das Gremium geteilter Ansicht. Christiane Falk (SPD) befürchtete, dass ein Präzedenzfall entstehen könnte. Die Möglichkeit einer Umnutzung könnte ein "Freibrief" für die Eigentümer sein, gar nicht erst nach geeigneten Mietern zu suchen. Stattdessen könnten sie abwarten, bis sie die Flächen anderweitig und wesentlich teurer vermieten könnten. Falk schlug vor, dass die Stadt Voraussetzungen dafür schafft, damit die Läden überleben könnten. Subventionierte Mieten indes lehnte Bürgermeister Patrick Janik ab. Das gehe ihm "zu sehr ins Staatswirtschaftliche". Angelika Kammerl (CSU) sprach sich dafür aus die Entwicklung offen zu lassen. Bei Leerstand bestehe immer noch die Möglichkeit nach zwei Jahren nachzuverhandeln.

Unstrittig im Gremium war die gewünschte Erhöhung des Baurechts, zumal auch bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll. Otto Gaßner (UWG) konnte sich gar eine Erhöhung des Gebäudes auf bis zu fünf Stockwerke vorstellen. Das sehe aus, wie "der Eckpfeiler einer Stadtmauer", befand Josef Pfister (BMS).

Kontrovers diskutiert wurde die Fassadengestaltung, da müsse noch nachgebessert werden, hieß es. Franz Heidinger (BLS) beurteilte den Entwurf als "ziemlich ungelungen". Er kritisierte, dass keine Balkone eingeplant waren. Wenn man schon von den oberen Stockwerken aus den See sehen könne, wolle man doch draußen sitzen den Blick genießen, monierte er. Gaßner kritisierte die Architektur als "unsäglich langweilig" und "ziemlich mutlos". Seiner Ansicht nach sollte die Bahnhofstraße in die Planungen einbezogen werden, damit ein "Seeplatz" entstehen könne. Janik kündigte an, dass im Juli über ein "Bahnhofsplatz-Gestaltungskonzept" beraten werden soll.

© SZ vom 01.07.2020

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