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Starnberg:Auktion der besonderen Art

Die Weßlinger Galeristin Ildikó Risse versteigert Kunstwerke und Objekte zugunsten sozialer Projekte

Patrizia Steipe

Die kleine Galerie an der Hauptstraße platzt derzeit aus allen Nähten. An den Wänden hängen Bilder, Ständer mit Bildermappen stehen im Raum, Skulpturen drängen sich auf den Regalen und überall lehnen noch weitere Stapel mit Kunstwerken. "Ich bin völlig überwältigt von der Resonanz auf meine Versteigerung", meint Galeristin Ildikó Risse. Zum ersten Mal veranstaltet sie eine Kunstauktion zugunsten sozialer Projekte. In den 35 Jahren des Bestehens ihrer Galerie hat Risse ein großes Netzwerk an Künstlern aufgebaut. Diese hat die Galeristin nun um Objekte für ihre Versteigerung gebeten. Viele, auch sehr namhafte Künstler, haben Bilder gebracht. Manche wollen ihre Werke für einen dreistelligen Betrag anbieten, viele sind aber auch mit einem symbolischen Preis zufrieden, freut sich Risse. Denn der Erlös wird zwischen Geber und sozialer Einrichtung geteilt. So sollen beispielsweise die Kinder des evangelischen Kindergartens eine neue Rutsche bekommen und auch soziale Projekte der Herrschinger Insel werden unterstützt.

Weßling Ildikó Risse

Die Galerie Ildikó Risse mit dem dem Bild "Allgäu". Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Unter den Künstlern befinden sich die Gautinger Klinge-Preisträgerin Gudrun von Rimscha, der Gilchinger Hermann Altenberger, Hartmut von Riesen oder Risses Neuentdeckung, ein Maler, der seine modernen, leicht verspielten Abstraktionen mit "Raini" signiert. Kleinste Aquarelle ab zehn Euro bis zu großformatigen Acrylbildern zu fast 1000 Euro stehen im Angebot. Manche Bilder sind bereits aufwändig gerahmt, andere sind nur auf Leisten genagelt, manche haben ein Passepartout, andere sind hinter Glas. Auch die Wahl der Motive kennt keine Grenzen. Manfred Schneider, aber auch Risse selbst haben Weßlinger Szenen gewählt, daneben gibt es Gegenständliches, Abtraktes, Naives und Expressionistisches.

Nicht alle Bilder hat Risse angenommen. "Ich habe mit den Jahren ein gutes Gespür für Niveau und Qualität entwickelt", sagt sie. So können sich die Besucher auf echte Kunst-Schnäppchen freuen. Auch für den kleinen Geldbeutel. In einer Mappe sind beispielsweise bunte Grafiken aus den siebziger Jahren - Originale und handsigniert. "Das ist doch viel schöner als einen Massenkunstdruck aus dem Baumarkt aufzuhängen", findet Helferin Ilse Bormann aus Gilching. Die Malerin hat ebenfalls einige Werke mitgebracht. "Eher kleine Bilder, weil soviel Platz hat ja niemand", meint sie. Neben Künstlern haben auch Privatleute gespendet. Nicht nur Bilder. Skulpturen, Keramiken, Wohnobjekte und sogar ein Perser-Teppich wurden abgegeben. Gerade bringt ein Helfer eine wuchtige Gartenskulptur in die Galerie. Ein Münchner Künstler hat aus verschiedenen Eisengeräten - darunter eine Sichel und eine alte Wärmflasche aus Aluminium - ein vogelartiges Wesen zusammengeschmiedet. "Da dürfen wir mit 60 Euro anfangen", freut sich Risse.

Rund 100 Gegenstände können vom Sonntag bis Freitag, 4. bis 9. Dezember von 15 bis 18 Uhr, in der Weßlinger Galerie, Hauptstraße 57, besichtigt werden. Angesichts der vielen Kunstwerke ist nur ein kleiner Teil ausgestellt; der Hauptteil der Werke ist erst am Versteigerungstag zu sehen. Die Versteigerung unter der Schirmherrschaft von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger findet dann am Sonntag, 11. Dezember, um 15 Uhr in der alten Schmiede (gegenüber der alten Weßlinger Kirche bei Gusti Jaene) statt.

© SZ vom 03.12.2011
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