Possenhofen:Mädchenhafter Charme aus Gips

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Das Kaiserin Elisabeth Museum in Possenhofen feiert einen exklusiven Neuerwerb: eine Büste der siebenjährigen Sisi.

Sylvia Böhm-Haimerl

Possenhofen Museum, Büste Kaiserin Elisabeth.

Gips, Marmormehl und Farbpartikel: Die Büste der jungen Sisi besticht durch ihre lebendigen Gesichtszüge. Foto: Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

Das Kaiserin Elisabeth Museum im Bahnhof Possenhofen ist um eine Rarität reicher: Ab sofort ist der Originalabguss einer Büste der siebenjährigen bayerischen Prinzessin zu sehen. "Nun ist die kleine Sisi als Neuerwerbung zu bewundern", freut sich Museumschefin Rosemarie Mann-Stein. Der Abguss gilt in dieser Ausfertigung als Unikat - eine Bereicherung für das Museum. Das Besondere daran ist, dass das Abbild in Gips von der Siebenjährigen, die später unvergessene Kaiserin von Österreich und Ungarn werden sollte, in Possenhofen geschaffen worden ist.

Das Original in dunklem Holz wurde 1845 von Anton Dominik Ritter von Fernkorn erstellt, einem seinerzeit sehr bekannten Künstler. Es befindet sich im Hofmobilien-Depot in Wien. Die Neuanfertigung wurde aus einem Gemisch aus Gips, Marmormehl und Farbpartikeln hergestellt. Durch das besondere Mischverhältnis spiegeln sich Licht und Schatten auf den Gesichtszügen wider und lassen sie lebendig erscheinen. Das Exponat hat rund 4000 Euro gekostet und wurde zu mehr als 50 Prozent aus Spenden finanziert. Weil es nur wenige Darstellungen von Sisi als Kind gibt, hatte sich Mann-Stein schon zu einem früheren Zeitpunkt für eine Replik der Büste interessiert. Doch das Projekt war zunächst nicht zustande gekommen.

Der erste Abguss wurde nach Angaben der Museumschefin schon im 19. Jahrhundert aus Gips und Marmormehl erstellt. Die Neuanfertigung nach dem Originalabguss kam durch Vermittlung eines leidenschaftlichen Sammlers zustande. Der Restaurator hatte sich bei der Zusammensatzung des Materials nach dem Originalabguss gerichtet. Weil sich aber in mehreren Probeabgüssen immer wieder Risse bildeten, wurde das Mischungsverhältnis geändert. Das soll die Büste beständig machen.

Für die Museumschefin ist das neue Exponat etwas ganz Besonderes, denn es passt zum diesjährigen Ausstellungsschwerpunkt, der das Augenmerk auf Sisis Kindheit in München und Possenhofen legt. Darüber hinaus bildet es eine Einheit mit den anderen Sisi-Abbildungen im Museum. Eine weitere Statue der Kaiserin wird derzeit vom Pöckinger Bildhauer Jozek Nowak angefertigt, der sein Atelier am Schmalzhof hat. Sie soll im Herbst in der Mitte des Bahnhofsvorplatzes aufgestellt werden. Derzeit wird auf Hochtouren an der Neugestaltung des Platzes gearbeitet, er soll in der zweiten Augustwoche fertig werden.

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