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Politik:Stadtwerke für Starnberg

Starnberg Landratskandidat SPD

"Neue Zeiten erfordern neue Antworten", findet SPD-Stadtrat Tim Weidner in Sachen Energiewende.

(Foto: Georgine Treybal)

Die SPD fordert eine bessere regionale Energieversorgung, die in einem eigenen Kommunalunternehmen gebündelt werden soll. Das könnte sich auch um Fernwärme und E-Ladestationen kümmern

Die Stadtratsfraktion der Starnberger SPD fordert erheblich mehr Anstrengungen, um die ambitionierten Ziele zu Energiewende und Klimaschutz auf kommunaler Ebene zu erreichen. Eine zentrale Rolle fällt nach Ansicht der Sozialdemokraten dabei einer "dezentralen und regionalen Energieversorgung" zu. Das städtische Wasserwerk soll daher zum Kommunalunternehmen "Stadtwerke Starnberg" weiterentwickelt werden, das sich neben der Wasserversorgung um weitere Bereiche kümmert wie regenerative Energie, Fernwärmeversorgung oder der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität. Erklärtes Ziel ist insbesondere auch eine Übernahme des Gas- und Stromnetzes.

Die Kreisstadt Starnberg ist beteiligt am Klimapakt des Landkreises und am Energiewendebeschluss. Demnach soll die Energieversorgung bis zum Jahr 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien erfolgen. Doch von diesem Ziel ist man trotz vereinzelt hoffnungsvoller Ansätze sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Starnberg noch weit entfernt: "Für die Umsetzung der getroffenen Beschlüsse müssen die Anstrengungen wesentlich verstärkt werden", erklärt der stellvertretende Landrat Tim Weidner, "neue Zeiten erfordern in Starnberg neue Antworten".

Tatsächlich ist der Landkreis mit seinen Bemühungen im Hinblick auf eine autarke Energieversorgung noch nicht sehr weit gekommen: So beträgt etwa der Anteil der regenerativen Energie im Landkreis rund 14,5 Prozent, bundesweit sind es mehr als 40 Prozent. Viele bayerische Kommunen sind nach Kenntnis der SPD in dieser Hinsicht schon sehr viel weiter: So versorgt etwa die Stadt Pfaffenhofen, die mit 26 000 Einwohnern nur unwesentlich größer ist als Starnberg, seit drei Jahren ihre Bürger mit eigenen Stadtwerken zu 70 Prozent mit heimisch erzeugtem Ökostrom. Viele andere Kommunen in der Region - Weilheim, Bad Tölz, Wolfratshausen, Penzberg, Landsberg, Mittenwald, Fürstenfeldbruck oder Dachau - stellen schon seit Generationen die Grundversorgung für ihre Bürger bereit. In Gilching beschloss der Gemeinderat vor knapp einem Jahr, das bestehende Wasserwerk zu einem "Gemeindewerk Gilching" weiterzuentwickeln.

Ein ähnliches Projekt stellt sich die SPD auch für Starnberg vor. "Neues Ziel ist die Steuerung für eine energie- und wärmeautarke Stadt", erklärt Weidner. Die Stadtwerke Starnberg müssten dabei "zu 100 Prozent in kommunaler Hand bleiben". Dabei sei auch eine Integration des Seebades sowie der Bau und das Betreiben von Parkhäusern zu prüfen. Die Stadtverwaltung soll dazu die notwendigen Schritte ermitteln und dem Stadtrat zur Beratung vorlegen. Als Referenten sollen zur maßgeblichen Sitzung des Stadtrats Gilchings Bürgermeister Manfred Walter und Klaus Drexler, der Geschäftsführer des Gemeindewerks Gilching, eingeladen werden.

© SZ vom 22.01.2020
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