Meiling/Wien Froschbande in Wien verurteilt

Meilinger Raubmörder müssen sich nun auch in München verantworten

Von Christian Deussing, Meiling/Wien

Wegen ihrer brutalen Raubserie sind die neun Mitglieder der sogenannten Froschbande in Wien jetzt zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Der Hauptangeklagte der 22 bis 53 Jahre alten Männer soll für 19 Jahre ins Gefängnis. Auf das Konto der Einbrecher geht den Ermittlungen zufolge auch der Raubmord in Meiling bei Seefeld. Dort war in der Nacht zum 5. September 2015 ein Rentnerpaar überfallen worden - der 72-jährige Hauseigentümer hatte die Attacken mit Schlägen und einem Holzknüppel nicht überlebt. Die 67-jährige Ehefrau wurde schwer verletzt und zwei Tage später aus einer Kammer befreit. Die Staatsanwaltschaft München II hatte nach der Verhaftung der Bande in Wien im vorigen Jahr einen Auslieferungsantrag bei acht der mutmaßlichen Tätern gestellt, der auch bewilligt worden war.

Man müsse nun abwarten, bis das Urteil rechtskräftig sei, sagt Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft München II, die der Bande wegen Mordes den Prozess machen will. Dazu wird es aber erst frühestens im nächsten Jahr kommen. Bei ersten Verhören der brutalen Einbrecher, die aus Rumänien stammen, gab es nach der Meilinger Tat teilweise Geständnisse. Die Männer des Clans schoben sich aber - wie jetzt auch im Wiener Prozess - gegenseitig die Schuld zu, wie zu erfahren war.

Die Raubserie hatte in Österreich begonnen. Die Täter spähten meistens abseits gelegene Anwesen aus, indem sie vor dem Überfall zum Beispiel darum baten, einen Wasserkanister auffüllen zu dürfen. Mit dieser Masche waren sie auch in Meiling unterwegs gewesen und hatten am frühen Abend am Haus der Eheleute geklingelt. Gegen Mitternacht drangen dann die Kriminellen über die Terrassentür in das Wohnzimmer ein, wo sie auf den 72-jährigen Hausherren einschlugen und Geld forderten. Das Opfer war Mesner und langjähriger Ex-Feuerwehrkommandant von Meiling gewesen. Das Dorf stand nach dem tödlichen Verbrechen unter Schock, das seinerzeit auch viele Ängste in der Region auslöste.