Unternehmer des Jahres:Musiker, Macher und Motivator

Unternehmer des Jahres: Freute sich über die Auszeichnung zum "Unternehmer des Jahres": der 70-jährige Leslie Mandoki, hier mit Manfred Herz (links) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

Freute sich über die Auszeichnung zum "Unternehmer des Jahres": der 70-jährige Leslie Mandoki, hier mit Manfred Herz (links) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner.

(Foto: Georgine Treybal)

1975 floh der gebürtige Ungar Leslie Mandoki nach Deutschland. Nun ehrt die Mittelstandsunion den 70-jährigen Chef der "Red Rock Studios" für sein Engagement.

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Andechs

Ein Unternehmer setzt Akzente, ist Macher, Entscheider, Motivator oder Taktgeber. Mit vielen weiteren Adjektiven hat Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) den international erfolgreichen Musiker, Musikproduzenten und Bandleader Leslie Mandoki am Mittwoch in Andechs charakterisiert. Der Inhaber der "Red Rock Studios" in Tutzing und Gründer der Band Mandoki-Soulmates wurde vor 216 geladenen Gästen von der Mittelstandsunion des Landkreises Starnberg zum Unternehmer des Jahres 2023 ausgezeichnet. Zur Veranstaltung waren neben CSU-Größen, Unternehmern und Kommunalpolitikern viele seiner Mitstreiter gekommen, darunter sein Freund, der Rockmusiker Peter Maffay, der es ebenso wie der gebürtige Ungar Mandoki als Flüchtling zu einem Musiker von Weltrang gebracht hat.

Doch nicht nur die Erfahrung, dass man in Deutschland und Bayern viel erreichen kann, eint die beiden Musiker. Sie sind auch Nachbarn und spielen gemeinsam in der Band Mandoki-Soulmates. Beide vertreten zudem die Ansicht, dass man neben Glück, Disziplin, Beharrlichkeit, Flexibilität, Risikobereitschaft und hoher Fachkompetenz auch Improvisationstalent braucht, um seine Ziele zu erreichen. "Wenn man es draufhat, kommt man ans Ziel", erklärte der in Rumänien geborene Maffay. "Und Leslie besitzt als Unternehmer dieses große Improvisationstalent."

Mandokis Markenzeichen sind lange Haare und ein prägnanter Schnauzer. So kannten ihn seine Fans, als er schon kurz nach der Flucht aus Ungarn 1975 mit der Band Dschinghis Khan auftrat. So kennen auch seine Fans von heute den gefragten Musikproduzenten, der Phil Collins, No Angels, Jennifer Rush oder Lionel Richie sowie Autofirmen wie Audi, BMW oder VW zu seinen Kunden zählt, Wahlkampfhymnen für die CDU schreibt und für seine Auftritte mit den Soulmates weltbekannte Musiker zusammenbringt. Er ist aber auch ein kritischer Freigeist und nimmt kein Blatt vor den Mund, wie er in seiner Dankesrede bewies.

Der derzeitigen Einwanderungspolitik stehe er kritisch gegenüber, betonte Mandoki. Er sei Deutscher geworden, weil er die Werte für richtig halte - und diese Werte dürften nicht preisgegeben werden: "Integration ist eine Bringschuld der Eingewanderten", sagte er. Einerseits habe er Glück gehabt, als er mit 22 Jahren als "illegaler Flüchtling" ohne Pass nach Deutschland kam. Doch Glück bekomme man nicht geschenkt. Unternehmer zu sein, sei für ihn eine Verpflichtung. "Wir sind aufgebrochen mit einer Vision", sagte er. Doch in der heutigen Zeit habe man verlernt, Unternehmen zu gründen. Zumal die Rahmenbedingungen insbesondere im Bereich Musik seiner Erfahrung nach denkbar ungünstig sind. "Deshalb geben wir die Fackel noch nicht ab", betonte der 70-Jährige, "und werden es für unsere Kinder und Enkelkinder richten".

"Mandoki und Maffay sind Leuchttürme im Landkreis", findet Landrat Stefan Frey

Mandoki sei ein Paradebeispiel dafür, dass sich in Bayern jeder verwirklichen und seinen Traum leben könne, sagte CSU-Landtagsabgeordnete Ute Eiling-Hütig. "Mandoki und Maffay sind Leuchttürme im Landkreis, die Wertschöpfung im besten Sinn betreiben", sagte Landrat Stefan Frey. Er lobte die Unternehmen im Landkreis, die ihren Beitrag dazu leisten, dass die Kassen gefüllt werden, damit der Kreis für Schulen die notwendige Infrastruktur und Daseinsvorsorge betreiben könne. Beide Künstler würden sich zudem in die Gesellschaft einbringen "und sich für Menschen engagieren, die es nicht so gut haben".

Überreicht wurde die Urkunde von Ilse Aigner und Manfred Herz, dem Vorsitzenden der Mittelstandsunion. Wie Herz hervorhob, habe Mandoki nicht nur hervorragende unternehmerische Qualitäten. Er sei auch ein guter Netzwerker und wisse die Menschen zu überzeugen. Den Geschäftsabschluss für den Disney-Film "Tarzan" beispielsweise hat der Musikproduzent laut Herbst auf einer Kanufahrt zur Roseninsel realisiert. Mit der Ehrung "Unternehmer des Jahres" versucht die Mittelstandsunion alle Bereiche abzudecken. Herbst zufolge wählt der Vorstand vom Handwerk bis zu Wirtschaft, Musik oder Kunst jedes Jahr einen Unternehmer im Landkreis aus.

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