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Kommunalwahl in Weßling:Kuriose Anregungen aus dem Gemeinderat

Wessling

Michael Muther (links) geht, Michael Sturm kommt.

(Foto: Patrizia Steipe)

Zum Abschied würdigt Weßlings scheidender Bürgermeister Michael Muther spezielle Verdienste von Kommunalpolitikern

Von Patrizia Steipe, Weßling

Ein gemeinsamer Ausflug nach Andechs soll noch nachgeholt werden, aber ganz ohne Feier wollte der Weßlinger Bürgermeister Michael Muther doch nicht abtreten. Die letzte Gemeinderatssitzung in seiner Amtszeit im Freizeitheim Hochstadt stand daher ganz im Zeichen des Abschieds. Es gab viel Lob, aber auch ein paar Rügen mit Augenzwinkern von Muther und anschließend Häppchen, die mit dem gebotenen Abstand zueinander verzehrt wurden.

An seinen Nachfolger Michael Sturm überreichte Muther die Bürgermeister-Krawattennadel, die einst der verstorbene Altbürgermeister Hans Thomas Mörtl habe anfertigen lassen. Bierkrüge und Glasschalen gab es für die ausscheidenden Gemeinderäte, die sich wiederum mit Kräuterpflanzen und einem Urlaubsgutschein von dem bisherigen Rathauschef verabschiedeten, der wiederum die speziellen Verdienste der verschiedenen Kommunalpolitiker zu würdigen wusste.

Als "sozialen Zeigefinger Weßlings" bezeichnete Bürgermeister Muther Susanne Mörtl (SPD), die nach 24 Jahren den Ratstisch verlässt und sich vehement für Kindergärten, barrierefreies Wohnen und andere soziale Themen eingesetzt hatte. Genauso lange gehörte Thomas Ostermair (FW) dem Gremium an. "Ich kann mich an keine Sitzung erinnern, an der du nicht da warst", lobte Muther. Auch Günter Wieczorek tritt nach 18 Jahren ab. Der SPD-Gemeinderat habe besonders viele Fortbildungen für kommunale Mandatsträger besucht und sich damit ein "fundiertes Wissen" angeeignet, erinnerte sich Muther. Als "Patrona Bavariae von Weßling" habe die Dritte Bürgermeisterin Sieglinde Wastian (CSU) in den zwölf Jahren ihrer Amtszeit dazu beigetragen, dass es im Ort "schön" sei und sich darum bemüht, "dass sich alle vertragen". Roland von Rebay (parteifrei) wiederum hätte seit 2008 die "modernen Instrumente" der Unternehmenskommunikation in den Gemeinderat gebracht. Nach einer Amtsperiode muss sich der Gemeinderat auch von Helmut Böhm (Grüne), Benedikt Wunderl (FW) und Felizitas Leitner (CSU) verabschieden sowie von Nachrücker Victor Angerbauer (FW). Ihm attestierte Muther "kuriose Anregungen". Allerdings habe sich häufig herausgestellt, dass der "größte Schmarrn dann doch das Beste sein kann".

© SZ vom 04.05.2020
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