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Kommunalwahl in Seefeld:Der Brückenbauer

Seefeld Hechendorf, BGM KandidatThomas Zimmermann

Ökologie und Ökonomie schließen sich nicht aus, meint der Grünen-Kandidat Thomas Zimmermann.

(Foto: Georgine Treybal)

Der Grüne Thomas Zimmermann wird von der BI Eichenallee und der SPD unterstützt

Klinkenputzen ist die anstrengendste Art des Wahlkampfs. An 1500 Haustüren hat Thomas Zimmermann jetzt schon geklingelt. Er macht das, weil er viele Meinungen hören will, denn "erst, wenn man alle Meinungen beieinander hat, kann man entscheiden", sagt er. Und entscheiden kann er: Bis Ende 2019 war der Diplomwirtschaftsingenieur Zimmermann Führungskraft bei Siemens und dort verantwortlich für die weltweite Entwicklung intelligenter Stromnetze. Ein Mann der Wirtschaft also, aber auch ein Grüner. Er kennt den Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie. Aber der 52-Jährige sieht sich als Brückenbauer, er will vermitteln und verbinden, was zunächst polarisiert.

"Ich bin aktiv und habe viel Energie", sagt er, und darum rechnet er sich auch als Seiteneinsteiger gute Chancen aus, nächster Bürgermeister von Seefeld zu werden. Die Resonanz bei seinen Hausbesuchen "hat mich positiv überrascht". Die Seefelder nähmen die Wahl sehr ernst und seien sehr interessiert. Zimmermann ist der gemeinsame Kandidat der Grünen, der BI Eichenallee und der SPD.

Der gebürtige Bruchsaler ist erst seit einigen Monaten Mitglied der Öko-Partei. Aber grüne Themen sind ihm nicht fremd: Seine Frau Sonja Hoppe ist Mitglied der Grünen-Fraktion im Seefelder Gemeinderat, und sie kandidiert auch wieder. Es ist die schöne Landschaft und Lebensqualität seiner Heimat - die Familie mit zwei Töchtern lebt seit zehn Jahren in Hechendorf -, die es zu erhalten gelte, sagt Zimmermann. Zu tun gebe es genug in Seefeld: Für mehr Gewerbesteuer brauche es neue zukunftssichere Unternehmen mit wenig Flächenverbrauch. "Wenn ich Bürgermeister werde, wird es kein Gewerbe im Aubachtal geben", versichert der Grüne. Ortsentwicklungsprozess, günstiger Wohnraum, Erhalt der Klinik, mehr Fuß- und Radwege, die Belebung der Ortszentren und vieles mehr steht auf der Agenda der Grünen.

Mit seiner zupackenden Art hat Zimmermann auch die SPD für sich gewonnen. "Die SPD in Seefeld hat schon immer viel für die Umwelt und Natur getan", sagt Zimmermann. Und auch bei den sozialen Themen wie genossenschaftlicher Wohnungsbau gebe es viele Überschneidungen bei beiden Parteien.

Die fehlende kommunalpolitische Erfahrung möchte der 52-Jährige mit Lebens- und Berufserfahrung wettmachen. "Kompetenz mit grünem Herz" lautet sein Wahlslogan. Auf seiner Homepage zeigt sich der Kandidat bürgernah beim Einkaufen, als Familienmensch beim Radeln und recht staatsmännisch am Schreibtisch. Nur mit einer neuen grünen Politik komme Seefeld voran, davon ist er überzeugt. Dass er anpacken will, hat Zimmermann beim Jahresempfang seines Bündnisses mit Arbeitshandschuhen demonstriert. Wenn er Bürgermeister werde, würden die Handschuhe einen Ehrenplatz im Büro bekommen, sagte er.

© SZ vom 28.02.2020
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