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Kommunalwahl in Feldafing:Zweiter Versuch

Anton Maier bewirbt sich um das Bürgermeisteramt

Seit 18 Jahren sitzt Anton Maier im Gemeinderat.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Anton Maier, erster Grüner im Gemeinderat, hofft auf die Erfolgswelle seiner Partei

Anton Maier probiert es noch einmal. Bereits bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren ist er gegen Bernhard Sontheim angetreten, landete aber nur auf Platz drei. Nun der zweite Versuch. Der Grüne hofft dabei ein wenig, auf der allgemeinen Erfolgswelle seiner Partei mitschwimmen zu können. "30 Prozent plus x", wünscht sich Maier, 56. Ein ambitioniertes Ziel.

Maier findet, dass er nun lang genug in der zweiter Reihe war. Seit 2002 sitzt er im Gemeinderat. Er war der erste Grüne, der das in Feldafing geschafft hat. In die Politik ging er, neben dem Umweltschutz, wegen der damaligen Situation in der Kinderbetreuung. Zuvor hatte er Probleme, seine eigenen Kinder in einer Tagesstätte unterzubringen. Daraufhin gründete er mit anderen Eltern den Waldkindergarten. Als er es schließlich in den Gemeinderat geschafft hatte, verbesserte dieser die Betreuungssituation in Feldafing. Für Maier ein Zeichen, dass er in der Kommunalpolitik etwas bewegen kann. "Auch wenn die Krippe jetzt deutlich zu groß ist." Trotzdem hatte er es lange schwer. Zwölf Jahre war er Einzelkämpfer, erst 2014 wurden zwei weitere Grüne in den Rat gewählt. "Ich bin schon auf kleine Achtungserfolge wie einen Kreuzungsumbau mächtig stolz", sagt Maier. Seit 2014 habe es außerdem mehr Vorhaben gegeben, bei denen sich Grüne und Sontheims Bürgergruppe einig geworden sind. Ein wenig verwundert das schon, verbindet den zuweilen hemdsärmeligen Amtsinhaber und den emsigen Maier doch eine jahrelange Dauerstichelei.

Trotz aller Annäherung: Maier findet, dass unter Sontheim in den vergangenen 18 Jahren zu viel liegen geblieben sei. "Er hat nicht viel falsch gemacht, aber einiges verschlafen", sagt Maier. Die Ortsmitte müsse dringend aufgewertet werden, "und die Straßen sind löchrig". Fängt Maier einmal an, über Verkehrsbelange zu referieren, ist er kaum noch zu stoppen. Das ist sein Thema, schon von Berufs wegen: Maier unterrichtet an einer Münchner Berufsschule angehende Lokführer. Ehrenamtlich leitet er den Kreisverband des ADFC, radeln ist seine Passion. Für Feldafing will er bessere und neue Radwege, außerdem sollen auf der Traubinger Straße Fußgängerüberwege eingerichtet werden. Auch den Öffentlichen Nahverkehr will er stärken, er wünscht sich eine bessere Busanbindung für die Gemeinde. Außerdem sollen künftig weniger Autos an den Straßenrändern parken, die seien ein großes Hindernis für Radler.

Für all das zu werben, kostet Zeit. Für den Wahlkampf muss er die Korrektur der ein oder anderen Klausur aufschieben. "Trotzdem bin ich bin leider nicht so viel unterwegs, wie ich eigentlich vorhatte", sagt Maier. Ein paar Hundert Flugblätter will er noch in Briefkästen werfen. Für ihn hat Wahlkampf auch etwas Verbindendes: Gemeinsam Plakate zu kleben, mit Bürgern zu diskutieren, das macht ihm Spaß. Dass er mit seinem recht starken bairischen Dialekt geradezu ungewöhnlich volkstümlich wirkt für einen Grünen, kommt gut an in Feldafing.

Seit 1995 lebt Maier mittlerweile hier. Im selben Jahr wurde der Ortsverband der Grünen gegründet. Nun, glaubt Maier, seien die Feldafinger bereit für den ersten grünen Bürgermeister.

© SZ vom 19.02.2020 / chrk
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