Hohenpeißenberg:Unterbelichteter Wonnemonat

Der Mai trübt die Wetterbilanz des sonnigen Frühjahrs

Von Armin Greune, Hohenpeißenberg

Auf zwei sonnige Monate folgte ein feuchter Mai, der am Ammersee fast zu einem Hochwasser geführt hätte: Die Bilanz für den meteorologischen Frühling 2015 fällt durchwachsen aus. Die Temperatur allerdings lag den Daten des Observatoriums Hohenpeißenberg zufolge stets deutlich über dem Mittel der Jahre 1961 bis 1990, das weltweit als Bezugsgröße dient: Der März um 2,1 Grad, der April um 2,2 Grad und der Mai um 1,5 Grad. Für ihn ermittelten die Meteorologen auf dem Hohen Peißenberg eine Durchschnittstemperatur von 11,1 Grad. An sieben Tagen wurde die 20-Grad-Marke überschritten, als Sommertag (mehr als 25 Grad Höchsttemperatur) ging aber nur der 12. Mai 2015 in die Annalen ein. Dafür stieg das Quecksilber an fünf Tagen nicht mal auf 10 Grad. In Rothenfeld wurde sogar am 28. Mai ein Minimum von plus 1,3 Grad registriert.

Mit 213 Millimetern Niederschlag erreichte der Mai 2015 genau 161 Prozent des Monatsmittels, April (81 Prozent) und März (96 Prozent) lagen knapp unter dem Soll. Die ersten beiden Frühlingsmonate fielen heuer auch sonniger aus, als die Statistik erwarten ließ: Im April schien die Sonne 165 Stunden lang (17 Prozent über dem Durchschnitt), im April 232 Stunden (49 Prozent länger als üblich). Trotz der wesentlich längeren Tage blieb der Mai mit 147 Sonnenstunden hinter den Vormonaten und um 28 Prozent hinter dem Mai-Durchschnittswert zurück.

"Mairegen bringt Segen": Den Landwirten im Fünfseenland war der intensive Regen willkommen. Der zurückliegende Monat konnte - allerdings nur in Südbayern - das Niederschlagsdefizit der Vormonate mehr als ausgleichen, so dass insgesamt im Frühjahr 2015 um 22 Prozent mehr Regen fiel als normal. Günstig für die Pflanzenproduktion war auch der intensive Sonnenschein, der trotz des unterbelichteten Mais noch um 13 Prozent über dem Frühjahrsdurchschnitt lag. Und mit einer Mitteltemperatur von 7,4 Grad lag das Frühjahr 2015 um 2,0 Grad über dem Mittel, nur vier Frühjahre seit dem Jahr 1961 waren wärmer.

© SZ vom 08.06.2015
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