Gilching/Gauting Geothermie für Gewerbegebiete

Heiße Quellen (hier in Brunnthal-Kirchstockach) könnten auch im Fünfseenland ein Thema werden.

(Foto: Claus Schunk)

Drei Unternehmen beantragen Suchbohrungen nach Erdwärme für Areale in Gilching, Gauting und Oberpfaffenhofen

Von Christian Deussing, Gilching/Gauting

Das Thema Geothermie war nach den gescheiterten Verhandlungen mit dem früheren Claim-Besitzer Baldur Trinkl junior aus Krailling in der Gemeinde Gilching eigentlich schon erledigt gewesen. Doch jetzt scheint das regenerative Energieprojekt wieder ein ganz heißes Thema zu werden, denn es gibt nun Investoren und Entwickler, die nach heißem Wasser bohren wollen um das geplante Gautinger Gewerbegebiet mit ihren etwa 21 Hektar großen Baufeldern mit Wärme aus der Tiefe versorgen zu können. Aber auch der Technopark am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen und das künftige Gewerbeareal Gilching-Argelsried sollen von der Geothermie profitieren.

Den ehrgeizigen Plan verfolgen gemeinsam die "Asto Park Gauting Entwicklungsgesellschaft mbH", die Heizwerk-Management GmbH und die RAG-Energy Drilling GmbH. Die Unternehmen haben beim Bayerischen Wirtschaftsministerium zusammen die bergrechtliche Erlaubnis beantragt, zu gewerblichen Zwecken nach Erdwärme im Gebiet "Gauting West" zwischen Gilching und dem Sonderflughafen nach heißen Quellen tief in der Erde zu suchen. Dem Vernehmen nach rechnen die Projektentwickler damit, dass die Suchbohrungen im Erlaubnisfeld "Gauting West" mit Wärmebedarfsanalyse potenzieller kommunaler und privater Abnehmer inklusive Genehmigungsverfahren knapp 10,8 Millionen Euro kosten werden.

Das Potenzial für diese Tiefengeothermie sei "enorm". Und die Investoren seien darauf angewiesen, Wärme abzugeben, betonte Gilchings Energiebeauftragter Jan Haas am Dienstagabend im Gemeinderat. Er versuchte, die Bedenken einiger Gemeinderäte zu zerstreuen. So hatte Martin Pilgram (Grüne) besorgt gefragt, ob nur die Firmen in den Gewerbegebieten von dem Energieprojekt profitierten und nicht die Gemeinden selbst - zum Beispiel bei der geplanten Wohnsiedlung auf der "Gilchinger Glatze" mit 1500 Menschen.

Der Gemeinderat befürwortete das Geothermie-Vorhaben als "hervorragende Chance", nachhaltig Wärme zu erzeugen und sich interkommunal daran zu beteiligen. Allerdings gibt es ein gravierendes Problem, auf das Wasserreferentin Dorothea Heutelbach hinwies: Das Planungsgebiet betrifft eine Wasserschutzzone mit drei Brunnen, wobei sogar ein zusätzlicher Brunnen wegen des "steigenden Bedarfs" notwendig wäre, erklärte Heutelbach. Sie mahnte, dass diese Brunnen "für die Versorgung mit gutem Trinkwasser unserer Bevölkerung unabdingbar" seien.

Die Einwände wurden berücksichtigt. Die Kommunalpolitiker entschieden einstimmig, dass Geothermie den Trinkwasser- und Landschaftsschutz sowie das Naherholungsgebiet "Unterbrunner Holz" nicht beeinträchtigen dürften. Es bleibt abzuwarten, ob die Planer und Investoren diese Gilchinger Hürde nehmen können oder das Energieprojekt letztlich erneut scheitert.