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Gerechter Handel:Seeshaupt bleibt Fair-Trade-Gemeinde

Für zwei weitere Jahre darf sich Seeshaupt "Fair Trade-Gemeinde" nennen. Eine-Welt-Regional-Promotorin Annika Waymann überreichte Bürgermeister Fritz Egold (CSU) zu Beginn der jüngsten Gemeinderatssitzung in die Mehrzweckhalle die entsprechende Urkunde. Sie betonte, dass fairer Konsum sich nicht nur auf Schokolade und Kaffee beschränke - auch die Bauern hierzulande müssten faire Preise bekommen. Maj Kielgas-Weiss von der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung erinnerte daran, dass der Kampf gegen Armut und Klimawandel nur gemeinsam angegangen werden könne. Sie lobte die vielen Aktionen in Seeshaupt, vor allem die Projekte in der Grundschule seien wichtig, weil dadurch schon die Kinder in einem neuen Bewusstsein aufwüchsen. Im Oktober 2016 war Seeshaupt zum ersten Mal der Titel "Fair-Trade-Gemeinde" verliehen worden, als erstem Ort am See. Mehrere Geschäfte und Lokale haben faire Produkte im Angebot, im Rathaus wird fairer Kaffee getrunken. Die "SeenLiebe"-Schokolade, die komplett in Ghana für die Region hergestellt wird, hatte in diesem Corona-Sommer allerdings Absatz-Schwierigkeiten. Kielgas-Weiss hatte einige Tafeln mitgebracht, deren Mindesthaltbarkeitsdatum wenige Tage zuvor abgelaufen war. "Bitte nehmen Sie sie mit", forderte sie die Besucher der Sitzung auf, "wir würden uns über eine Spende freuen".

© SZ vom 17.11.2020 / kiah
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