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Geplagter Starnberger Ortsteil:Weniger Verkehr in Percha

Eine neue Ausfahrt vom Autobahnzubringer in Richtung Buchhof soll den Ort entlasten. Der Bau beginnt allerdings frühestens im Jahr 2021

Für den vom Durchgangsverkehr geplagten Starnberger Ortsteil Percha zeichnet sich eine Teilentlastung ab: Die Autobahndirektion Südbayern hat Ende September dem Bau einer Ausfahrt vom Autobahnzubringer A 952 aus Richtung Starnberg zum Gut Buchhof zugestimmt. Eine Zufahrt vom Buchhof zur Autobahn soll es jedoch nicht geben. Der geplante Halbanschluss könnte Percha an Werktagen bis zu 2000 Fahrzeuge ersparen, hieß es am Dienstag im Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität. Der Bau beginnt frühestens 2021. Zudem will die Stadtverwaltung die zentrale Kreuzung in Percha so umgestalten, dass sie für Radfahrer und Fußgänger besser geeignet ist. Kein Thema mehr ist dagegen eine Ausfahrtsrampe parallel zur Würmstraße, nachdem Anlieger Bedenken geäußert hatten.

Ein Mitarbeiter des Ingenieurbüros Vössing, das vor einem Jahr erste Pläne zu einer Verkehrsentlastung Perchas erarbeitet hatte, erläuterte im Ausschuss den aktuellen Stand. Demnach hat die Autobahndirektion einer Zufahrt zur Buchhofstraße unmittelbar vor dem Parkplatz der Munich International School nach mehreren Gesprächen zugestimmt - allerdings nur aus Richtung Starnberg. Eine Zufahrt aus Richtung München sei dagegen nicht "fernverkehrswirksam" und könne nicht gestattet werden.

Für die neue Ausfahrt soll der Beschleunigungsstreifen der Autobahnauffahrt an der Anschlussstelle Percha verlängert und verbreitert werden. Der Standstreifen wird zu einer "Ver- und Entflechtungsspur" ausgebaut, zudem ist eine Nothaltebucht vorgesehen. Die Planungskosten für das Vorhaben wurden auf etwa 100 000 Euro beziffert. Was der Bau selbst kosten wird, ist derzeit unbekannt. Im nächsten Schritt sind neben der Entwurfsplanung auch Genehmigungen für Verkehrsanlagen, Planungen für Lärmschutzwände und Brückenbau sowie Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Abgesehen von der obligatorischen Beteiligung diverser Behörden muss ein landschaftspflegerischer Begleitplan erstellt werden und die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung vorliegen.

Auch der zentrale Knotenpunkt Perchas - die Kreuzung Berger Straße, Buchhof-, Percha- und Würmstraße - soll umgebaut werden. Allerdings wird dies kaum Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben: Geplant sind eine Verbreiterung der Gehwege sowie Aufstellflächen für Radfahrer. Die Spuraufteilung für Kraftfahrzeuge bleibt wie bisher, der Umbau besteht im Wesentlichen aus Gehwegbau und Markierungsarbeiten, betonte Bürgermeisterin Eva John. Die Kosten hierfür sollen rund 85 000 Euro betragen.

Der Ausschuss billigte das weitere Vorgehen als Empfehlung für den Stadtrat einhellig. Gleichwohl gilt die Ausfahrt zum Buchhof nur als erster Schritt zu einer Verkehrsberuhigung Perchas: Auf der Starnberger Wunschliste ganz oben steht seit Jahren eine Abstufung der A 952 zu einer Staatsstraße.