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Festival:Orff mit Pferden

Ballett, Kabarett und ein Gastspiel der Band Dreiviertelblut (im Bild bei einem Auftritt heuer im Florianstadl) bereichern das Orff-Festival 2020.

(Foto: Arlet Ulfers)

Der Vorverkauf für das Spektakel 2020 startet am Montag

Mit der Bernauerin und drei Konzerten mit Werken von Beethoven und Carl Orff wird das Orff-Festival den 125. Geburtstag des Komponisten 2020 feiern. Auch die Carmina Burana sind wieder dabei - freilich in recht ungewöhnlicher Version. In der Schlossarena Kaltenberg werden sich dazu nicht nur etwa 250 zweibeinige, sondern auch 30 vierbeinige Mitwirkende tummeln: Erstmals sollen Dressurpferde die Aufführung bereichern. Weil der musikalische Verstand der Tiere noch geschult werden muss, haben für sie die Proben schon angefangen. Apropos Beginn: Der Kartenverkauf startet am Montag, 25. November.

Nach zwei Jahren als Carl-Orff-Fest hat Veranstalter Florian Zwipf-Zaharia das Event in Orff-Festival umgetauft. Den Begriff hält er wegen des reichhaltigen und vielseitigen Programms 2020 für angemessen. Zum runden Geburtstag des Komponisten seien noch zwei bis drei zusätzliche Konzerte außerhalb der Festspiele von 18. Juli bis 9. August geplant. So ist am 23. Mai im Florianstadl Orffs letztes szenisches Werk "De temporum fine comoedia", das "Spiel vom Ende der Zeiten", zu hören. Dafür konnte der Nürnberger Hans-Sachs-Chor gewonnen werden. "Wir haben schon mehrmals Orff aufgeführt", sagte Chorleiter Michael Langer bei der Programmvorstellung im Hotel Elisabeth in Feldafing: Doch das Stück über den Jüngsten Tag stelle für das Amateurensemble in Hinsicht auf künstlerischen Anspruch und finanziellen Aufwand eine enorme Herausforderung dar. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum "De temporum..." bislang nur zehn Mal weltweit gespielt wurde.

Das eigentliche Festival startet am 18. und 19. Juli, wenn unter dem Titel "Münchner Freiheit" das Bayerische Junior Ballett München und das Odeon-Orchester mit Beethovens viertem Klavierkonzert, Orffs "Tanz der Faune" und Piazollas "Jahreszeiten" gastieren. Am 22. Juli ist - auch im Florian-Stadl - das Finale des Carl-Orff-Contest geplant. Am 26. Juli soll dann das gesamte Kloster Andechs bespielt werden, wenn das Henschel Quartett, Margarita Oganesjan, Lika Bibileishvili, Lioba Braun und der Kabarettist Andreas Reber einen "Tag mit Ludwig van B. und Carl O." gestalten. Auf dem Programm stehen unter anderem Beethovens Siebte sowie die Goethe- und Gellert-Lieder. Außerdem spielen Oganesjan und Bibileishvili noch ein Dinnerkonzert mit Werken von Orff und Beethoven im Feldafinger Hotel "Kaiserin Elisabeth".

In der großen Eigenproduktion des Orff-Festivals 2020 wird vom 30. Juli an fünf Mal "Die Bernauerin" gegeben. Paul Schäffer hat dazu eine Fassung für ein Kammerorchester mit 15 bis 18 Musikern geschrieben. Unter der Regie von Angela Hundsdorfer spielt Anna Maria Sturm die Hauptrolle. Für den Projektchor unter Leitung von Anton Pfell werden noch Mitwirkende gesucht, die sich per E-Mail unter Chor@arte.musica-poetica.de bis Jahresende melden können.

Nach den Turnieren steigt in Kaltenberg am 8. August das Spektakel "Carmina Burana Cavallo". Von 17 Uhr an spielt zunächst die Band Dreiviertelblut "Finsterlieder" mit den Münchner Symphonikern. Anschließend werden sie, das Mendelssohn Vocalensemble und der Tölzer Knabenchor Orffs szenische Kantate präsentieren. Dazu werden Dressurreiter mit ihren Pferden aus ganz Deutschland und Belgien erwartet. Bis zu 10 000 Zuschauer finden in der Arena Platz - mehr als drei Mal so viele, wie zu allen Konzerten 2019 kamen.