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Corona-Krise:Lotse durchs Dickicht der Soforthilfen

Internetseite für Unternehmer aus dem Landkreis Starnberg eingerichtet

Die Wirtschaftsverbände im Landkreis haben eine eigene einfache Webseite erstellt, um regionale Unternehmen aus allen Branchen schnell und umfassend zu allen Fragen und Angeboten rund um die derzeitige Corona-Krise zu informieren. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaktion von Industrie-und Handelskammer (IHK), dem Unternehmerverband für den Landkreis Starnberg (UWS), dem auch die Kreishandwerkerschaft angehört, der Agentur für Arbeit Starnberg sowie den regionalen Sparkassen und Raiffeisenbanken.

Starnberg Martin Eickelschulte IHK

Martin Eickelschulte ist Chef des IHK-Regionalausschusses.

(Foto: Privat)

Die Website https://www.starnberger-unternehmenshilfe.org/ ist ab sofort online verfügbar. Sie soll Unternehmern aus dem Landkreis Starnberg helfen, sich im Dschungel der gegenwärtigen Angebote zu Soforthilfen, Steuerstundungen und Krediten zurechtzufinden. In der momentanen Situation überschlügen sich die Neuigkeiten zu Angeboten von Freistaat Bayern und der Bundesregierung, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der regionalen Mitwirkenden. Je nachdem ob Soforthilfen beantragt würden, Liquiditätsengpässe mit Krediten überbrückt werden müssten oder Steuervorauszahlungen zurückgefordert werden könnten, unterschieden sich Ansprechpartner, Richtlinien und Antragsformular. "Als Unternehmer verliert man derzeit völlig den Überblick, wo man etwas beantragen muss und welche Fristen es jeweils einzuhalten gilt," sagt Martin Eickelschulte, Chef des Starnberger IHK-Regionalausschusses mit 13 000 Mitgliedern und Vorstand eines Starnberger IT-Unternehmens. Eickelschulte ist einer der Hauptinitiatoren der Aktion. "Wir brauchen dringend eine kompetente Orientierungshilfe. Diese Funktion soll die neue Plattform erfüllen. Wir müssen aufzeigen, was für die Unternehmen möglich ist, was aber auch nicht", macht er klar. Für sich selbst sieht der mittelständische Unternehmer derzeit keinen Hilfsbedarf. "Wir erleben gerade einen irren Schub. Ganz viele neue Unternehmen fragen an, ob wir Home-Office einrichten können - Turbo-Digitalisierung sozusagen", stellt Eickelschulte erfreut fest. Er selbst wirbt mit einem Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums im Rahmen der Corona-Krise, mit dessen Hilfe man die Hälfte der Kosten für die Einrichtung von Home-Office-Arbeitsplätzen - bis zu 16 500 Euro - erstattet bekommt. Geld, das man nicht zurückzahlen muss.

GWT stellt Ausbildungskompass vor; Wirtschaftsförderer stellen vor:

Wirtschaftsfördererin Annette von Nordeck ist derzeit beinahe rund um die Uhr im Einsatz.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Bisher hat die Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg, kurz Gwt, die Unternehmen, Betriebe und Freiberufler nach eigenen Angaben über einen E-Mail-Verteiler informiert. Die Resonanz sei enorm gewesen und halte immer noch an, verlautet von der Gwt. Für viele bedeute die momentane Situation eine existenzielle Bedrohung. "Die Rückmeldungen aus der Wirtschaft erschüttern uns jeden Tag, da geht es wirklich um die berufliche Existenz", bestätigt Wirtschaftsfördererin Annette von Nordeck. Sie sei derzeit beinahe rund um die Uhr für die Unternehmen im Einsatz und werde die Information über E-Mail weiterhin aufrecht erhalten trotz der neuen Website.

Die will mit derzeit mehr als 20 Beiträgen über finanzielle Hilfen samt direkter Anträge vor allem Wegweiser sein, welche Maßnahmen überhaupt Sinn für die einzelnen Branchen und Unternehmensgrößen machen. Der Solo-Selbstständige aus der Kreativ-Branche braucht andere Unterstützung als das mittelständisches Unternehmen mit Kurzarbeit. Dazu verspricht das gebündelte Online-Paket Antworten auf viele Fragen: Wo müssen Hilfen beantragt werden? Welche Formulare braucht man dazu? Welche Richtlinien und Voraussetzungen gibt es? "Die neue Plattform soll die zentrale Webseite für die Wirtschaft im Landkreis Starnberg werden", so gwt-Geschäftsführer Christoph Winkelkötter. Neben einer Liste der Hilfsprogramme, die sich auch nach Zielgruppen sortieren lassen, gibt es auch erste Antworten auf häufig gestellte Fragen in der Menüliste. Mittels einer Kommentarfunktion können Unternehmen zudem untereinander sowie mit der Wirtschaftsförderung ins Gespräch kommen.

© SZ vom 01.04.2020

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