Bildung:Mehr als nur Deutschkurse

Christine Loibl von der Volkshochschule Starnberger See stellt Integrations-Angebote in Tutzing vor. Es fehlen Räume

Sprachkurse, Einbürgerungstest, Alphabetisierungs- und Orientierungskurse - die Volkshochschule (Vhs) Starnberger See sieht sich als vielseitiger Partner der Gemeinde Tutzing und des Helferkreises, um Flüchtlinge rasch und wirkungsvoll einzugliedern. Allerdings fehle es vor allem Vormittags an Räumen in der Seegemeinde für die diversen Integrations-Angebote, bedauert die neue Leiterin der Vhs Starnberger See, Christine Loibl. Sie managt seit Beginn des Jahres den Verbund mit Starnberg, Berg, Feldafing, Pöcking und Tutzing. Im Tutzinger Gemeinderat stellte Loibl die Vhs-Arbeit vor.

Rund 400 Kursangebote umfasse das Programm in jedem Semester, also etwa 800 Kurse im Jahr, so die Vhs-Chefin. Davon beträfen 40 Angebote Deutsch und entsprechende Prüfungen. "Der Bereich explodiert gerade", stellte sie angesichts des großen Interesses fest. Intensiv suche man qualifizierte Lehrkräfte. Und Räume. Dabei bat die Vhs-Leiterin die Gemeinde um Unterstützung. "Dann könnten wir noch mehr Kurse anbieten." Etwa Alphabetisierungskurse, in denen vor allem Flüchtlinge aus Afghanistan die lateinische Schrift lernen. Derzeit werden acht unbegleitete minderjährige Afghanen, die zuvor in Leonie untergebracht waren, in Tutzing unterrichtet. Zum Vhs-Angebot gehöre auch das Online-Lernportal www.ich-will-deutsch-lernen.de mit 12 000 Deutsch-Übungen auf allen Lernstufen. Mit dem Portal könnten Helferkreise gut als Sprachbegleiter Kenntnisse vertiefen. Entsprechende Schulungsangebote gäbe es auch für Helferkreise. "Ehrenamtliche können nach unserer Erfahrung professionelle Kurse aber nicht ersetzen", zeigt sie sich überzeugt. Schnell Deutsch zu lernen - im Idealfall täglich - sei die Voraussetzung für Integration.

Ganztägige Bildungscamps sind ebenfalls neu. Flüchtlinge können dort vormittags einen Sprachkurs machen, nachmittags etwas Kulturelles oder Psycho-Soziales, um ihre Fluchterlebnisse zu verarbeiten. "Wir sind eine Einwanderungsgesellschaft" hob Loibl die Vhs-Position als Partner dieser Entwicklung hervor. Ihr gehe es darum, herauszufinden, 2was wir gemeinsam tun können". Damit stieß sie bei den Gemeinderäten und Bürgermeister Rudolf Krug auf offene Ohren. "Es weht ein neuer Wind bei der Vhs", konstatierte Krug anerkennend. Georg Schuster (ÖDP) brachte als Raumvorschlag den Sitzungssaal im Rathaus ins Gespräch. Der stünde ja vormittags leer.

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