Bernried:Mehr Wohnungen für Familien

Wegen Zuzugs aus München und Überaltung schlägt Stadtplanerin eine Erweiterung des Orts an zwei Stellen vor

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

Durch den Klosterkauf haben sich in Bernried die Rahmenbedingungen des so genannten Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Isek) geändert. Dennoch könne die Gemeinde auf die Ideen zurückgreifen und sie weiterentwickeln, sagte beauftragte Stadtplanerin Annegret Michler bei der Vorstellung des Konzepts in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Georg Malterer (ÜFW) zufolge ist das Papier, das notwendig ist, um Zuschüsse aus der Städtebauförderung erhalten zu können, ohnehin nicht festgeschrieben. Seiner Meinung nach sollte es nicht Punkt für Punkt abgearbeitet werden, sondern lediglich Orientierung geben.

Eine große Herausforderung für das Dorf ist der hohe Siedlungsdruck aus München. Im Jahr 2019 hatte Bernried 1130 Wohneinheiten, wobei Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Wohnungen nur 17 Prozent ausmachten. Bis 2031 werden laut Michler noch mindestens 80 Wohneinheiten benötigt. Die Stadtplanerin schlug vor, den Ort im Bereich des Bahnhofs sowie am Sportplatz zu erweitern. Eine Bestandsaufnahme erhaltenswerter Gebäude hielt sie ebenfalls für empfehlenswert.

Nach Angaben der Stadtplanerin gibt es in der Gemeinde einen deutlichen Trend zur Überalterung, es müssten daher Anreize geschaffen werden, um Familien in den Ort zu holen. Bernried hat den Vorteil, dass es auf geschützte Naturräume sowie einen erhaltenswerten Baumbestand, wie etwa die Methusalem-Bäume zurückgreifen kann, so dass die Lebensqualität sehr hoch ist. Auch der historische Dorfkern soll erhalten werden. Lange wurde nach Standorten für Kinderbetreuung und Grundschule gesucht. Dieser Bereich soll nun im Kloster umgesetzt werden. Ein neues Feuerwehrhaus ist ebenfalls notwendig.

Weitere Themen sind Verkehr und Mobilität. Weil Bernried auch ein Fremdenverkehrsort ist, sind Wander- und Fahrradwege vergleichsweise gut ausgebaut. Zudem ziehen sich zahlreiche kleine Fußwege abseits der Straßen durch den Ort. Allerdings wird in der Durchgangsstraße deutlich zu schnell gefahren. Daher müsse die Verkehrsplanung vertieft und eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag gegeben werden, so Stadtplanerin Michler.

Laut Achim Regenauer (fraktionslos) sollte ein Bürgerbus in die Untersuchung einbezogen werden und Michael Haberl (Grüne) wünschte sich mehr Fuß- und Radwege in der Gemeinde. Für alle Planungen können übrigens Fördergelder beansprucht werden. "Es stehen noch viele Hausaufgaben an. Jetzt müssen wir einen Fahrplan aufstellen, wie man weitermacht", sagte der Rathauschef.

© SZ vom 01.07.2021
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