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Berg:Abfuhr für Genz

Gemeinderat genehmigt nur zwei von 18 Schwarzbauten auf der Maxhöhe nachträglich.

Berg Maxhöhe, Grundstück Genz

Nur noch die Grundmauern stehen vom Mörserturm auf dem Genz-Gelände. Andere Schwarzbauten sind noch vorhanden. Foto: Georgine Treybal

(Foto: Georgine Treybal)

- Alles Bauernhof, oder was? Die Antwort des Berger Gemeinderats ist eindeutig "Nein". Es ist eben beileibe nicht alles, was Siegfried Genz auf seinem weitläufigen Grundstück an der Berger Maxhöhe drapiert hat, für seine Landwirtschaft vonnöten. Über 18 nachträgliche Bauanträge hatten die Gemeinderäte am Dienstagabend zu befinden - 16 davon lehnte das Gremium ab. Nur einem landwirtschaftlichen Unterstand für Maschinen, der Genz zu hoch geraten war, und einen Lagerraum genehmigten sie, da diese beiden Bauten im Innenbereich liegen. Die restlichen 16 Bauten liegen eindeutig im Außenbereich und im Landschaftsschutzgebiet, schon darum gelten für sie strengere Maßgaben.

Dass das Genz-Gelände früher einmal Wiese war, über die Kinder zur Schule gingen, machte Vize-Bürgermeister Karl Brunnhuber deutlich. "Da gab es keine Toranlagen, die einem den Weg versperrten", sagte er. "Was hier geschehen ist, ist ein Trauerspiel." Genau genommen dürfte dort so gut wie nichts von alldem stehen: keine Statuen, Goldlöwen, Mühlräder und Findlinge, keine Sandsteinbauten, Tiroler Holzhäuser und Ställe. Ja, nicht einmal die vielen geschmiedeten Eingangstore und die eingepflanzten Bäume, die das Areal uneinsehbar machen und sich mittlerweile zum Wald ausgewachsen haben.

Den meisten Gemeinderäten ist dieser Umstand klar. Rathauschef Rupert Monn nennt den Fall Genz darum eine "komplexe Gemengelage", wie man sie "kein zweites Mal im Landkreis und in ganz Bayern findet". Nicht nur der jahrelange Streit um die Bauten macht die Causa Genz einzigartig, sondern auch die Vielzahl an Schwarzbauten, die auf dem rund vier Hektar großen Areal zu finden sind. Schon darum lässt sich das Sammelsurium auf der Maxhöhe auch nicht mit dem Betrieb eines normalen Landwirts vergleichen, der eine Scheune bauen will oder eine Dachgaube ohne Genehmigung errichtet hat.

Der Eindruck der Berger Gemeinderäte von den Verhältnissen auf der Maxhöhe ist noch recht frisch. Erst vergangenen Samstag hatten sie sich dort zur Ortsbesichtigung getroffen. Dass die vom Genz-Intimus und CSU-Landtagsabgeordneten Thomas Zimmermann geführte Besichtigungstour nicht bei allen Gemeinderäten gut ankam, machte in der Sitzung Wolfgang Adldinger von den Grünen deutlich: "Es ist schon dreist, was einem mit Hilfe eines Landtagsabgeordneten verkauft wird", schimpfte Reiser. Was Genz da habe, sei kein Bauernhof, sondern vielmehr eine Lagerstätte für Kunstgegenstände und Kitsch. Kein vernünftiger Landwirt, davon ist Adldinger überzeugt, würde so etwas bauen.

Und so lehnten die Gemeinderäte die 16 nachträglichen Bauanträge mit Verweis darauf ab, dass das Landwirtschaftsamt die Privilegierung der Genz'schen Landwirtschaft noch nicht erteilt habe. Selbst wenn das Landwirtschaftsamt den Betrieb nun als privilegiert einstufen sollte, bleibt die Gemeinde damit laut Monn weiter im Spiel, da sie dann zu den einzelnen Vorhaben erneut gehört werden muss.

Die Entscheidung des Ratsgremiums dürfte im Haus Genz indes wenig Begeisterung hervorrufen. Hatte Unterhändler Zimmermann doch schon vergangenen Samstag deutlich gemacht, was man sich dort wünsche: eine Zustimmung in allen 18 Fällen nämlich - vorbehaltlich der in Aussicht gestellten Privilegierung. Einen Freibrief dieser Gestalt hat man Genz jetzt verwehrt. Und so wird das Tauziehen um die Schwarzbauten wohl noch eine Weile weitergehen.