Bauarbeiten Ärger um geplante Vollsperrung

Firma der Bahn will Übergang an der Weilheimer Straße in Bernried neun Wochen lang schließen

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Bernried

Die Planungen für die Bauarbeiten am Bahnübergang an der Weilheimer Straße in Bernried laufen nicht rund. Obwohl mit der Bahn nur eine halbseitige Sperrung dieser wichtigen Ortsverbindungsstraße vereinbart war, ist nun eine neunwöchige Vollsperrung geplant. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag machte Bürgermeister Josef Steigenberger seinem Ärger Luft. "Wir werden uns massiv dagegen wehren", kündigte er an.

Die Bahn hat schon lange geplant, den Bahnübergang an der Weilheimer Straße zu sanieren. Der Zugbetrieb soll während der Bauzeit nicht ausgesetzt werden. Laut Steigenberger kann die Bahnlinie nur an dieser Stelle in Bernried überquert werden. Die Kreisstraße sei daher erster Rettungsweg und zudem die einzige fußläufige Verbindung zwischen Ober- und Unterdorf. Die geplante Umleitung führt nach Angaben des Rathauschefs großräumig über die B2 und die Nachbargemeinde Tutzing. Dieser Umweg sei für Notfahrzeuge und Fußgänger nicht möglich.

Als Alternativstrecke für Notfälle hatte die Gemeinde deshalb den schmalen Weg über den Fußballplatz angeboten. Bürgermeister Steigenberger wies jedoch darauf hin, dass der Weg ausschließlich von Pkws befahren werden kann, nicht aber von größeren Fahrzeugen. Für Fußgänger und die Schulkinder würde diese Strecke einen Umweg von etwa eineinhalb Kilometern bedeuten, was ebenfalls "völlig unakzeptabel" sei.

Nach Angaben des Rathauschefs war mit der Bahn vor sechs Monaten vereinbart worden, dass der Übergang während der veranschlagten Bauzeit von neun Wochen nur halbseitig gesperrt wird. Eine derartige Vereinbarung habe sich schon einmal bei früheren Bauarbeiten an dem Bahnübergang bewährt, so Steigenberger. Wie er berichtete, war jedoch ein Gespräch mit der von der Bahn beauftragten Baufirma "nicht sehr erfreulich" verlaufen. Die Zusage der Bahn werde von dem Unternehmen nicht akzeptiert mit der Begründung, die aktuell geplanten Arbeiten würden durch eine halbseitige Sperrung zu stark behindert.

Der Umbau des Bahnübergangs war von Mai bis Juli geplant gewesen, also während der Schulzeit. Da dies jedoch die einzige Schulwegverbindung zwischen Ober- und Unterdorf sei, sagte Steigenberger: "Das geht gar nicht." Im Gespräch mit der Baufirma seien die Arbeiten nun in die Sommerferien verlegt worden.

Dennoch besteht die Gemeinde darauf, dass der Bahnübergang während der Bauarbeiten zumindest für Notfälle geöffnet bleiben muss. Sie fordert daher, dass in dieser Zeit Personal eingesetzt wird, um den Verkehr zu überwachen und den Fußgängerverkehr zu regeln. Zu Zeiten, an denen nicht gearbeitet werde, wie etwa am Wochenende, sei eine Umleitung ohnehin nicht notwendig, da könne der Bahnübergang grundsätzlich geöffnet werden. "Es ist eine schwierige Situation", sagte Steigenberger.

Das Gremium befürwortete einstimmig, dass die Gemeinde weiter verhandeln soll, um ihre Forderungen durchzusetzen. Zudem wurden die veranschlagten Mehrkosten von 7500 Euro zur Kenntnis genommen, um die sich der Eigenanteil der Kommune an den Baumaßnahmen erhöht.