Ausstellung Aufgeschlossen

Die 13 Künstler der "Offenen Ateliers" zeigen zu ihrem Jubliläum Gemälde, Skulpturen und Objekte in der Schlossberghalle

Von Katja Sebald, Starnberg

Noch sind nicht alle Bilder an der Wand und nicht alle Plastiken auf ihren Sockeln. Auch der Katalog, um den es eigentlich geht, ist am Tag vor der Vernissage noch nicht da. Aber die Stimmung ist gut an diesem Donnerstagnachmittag im kleinen Saal der Starnberger Schlossberghalle, wo eine sogenannte Hängekommission die Ausstellung "20 Jahre Offene Ateliers" vorbereitet, die nur an diesem Wochenende zu sehen ist.

Bereits im Mai war das Jubiläum mit einem rauschenden Fest in der Villa Waldberta in Feldafing gefeiert worden. Jetzt erscheint ein Katalog, mit dem die Stadt Starnberg ihre Künstlergruppe fördert und feiert. Als Dank dafür zeigen die 13 Künstler zum Abschluss des Jubiläumsjahrs noch einmal neue oder auch etwas ältere Arbeiten.

Initiiert wurden die "Offenen Ateliers" tatsächlich in Starnberg: Mit Ulrike Prusseit und Ursula Steglich-Schaupp sind immer noch zwei der Gründungsmitglieder dabei. Nach dem Vorbild der Ateliertage am Ostufer des Starnberger Sees, die es schon fast zehn Jahre länger gibt, hatten vier Künstler am Westufer 1997 erstmals ihre Ateliertüren für Besucher geöffnet. Im Lauf der Jahre ist die Gruppe auf 13 mehr oder weniger feste Mitglieder in Starnberg, Pöcking und Feldafing angewachsen.

Aufbauend: Die Künstler der "Offenen Ateliers" bereiten ihre Ausstellung im kleinen Saal der Schlossberghalle vor.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Ela Bauer, die das alljährlich wiederkehrende Event mit dem markanten Logo, einem Auge auf zwei Beinen, unverwechselbar gemacht hat, ist mittlerweile nach Herrsching umgezogen und hat ihr Atelier in Possenhofen aufgegeben. Auch andere, die am Anfang dabei waren, sind längst nicht mehr dabei. Manche wurden erst im Lauf der Jahre in den Kreis aufgenommen. "Natürlich hat es immer wieder mal Streit gegeben", sagt Ursula Steglich-Schaupp, "bei so vielen Leuten gehört das zwangsläufig dazu." Ulrike Prusseit fügt hinzu: "Und natürlich braucht es Leute, die das Rad drehen, während andere eher weniger machen."

Insgesamt soll die Gruppe möglichst offen bleiben: "Wir treffen uns, um das Event zu organisieren und Aufgaben zu verteilen. Das restliche Jahr über arbeitet jeder für sich und wir sehen uns nie." Der Reiz der Atelierbesuche bestehe gerade in der Individualität der Künstlerpersönlichkeiten, darüber sind sich beide einig. Während Prusseit sich aber für die Zukunft eine gemeinsame Ausstellung an einem anderen Ort wünscht, fände Steglich-Schaupp ein gemeinsames Thema für die "Offenen Ateliers" sinnvoll: "Wir haben immer wieder darüber diskutiert, aber konnten uns bislang nicht darauf einigen."

Susanne Mansen vor einem ihrer Bildertableaus.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Eng verbunden war die Künstlergruppe seit jeher mit dem Kunstpreis der Stadt Starnberg: Im ersten Jahr arbeitete Steglich-Schaupp als Preisträgerin selbst noch im Paul-Thiem-Atelier. So gehört es längst zur Tradition, dass der jeweilige Stadtmaler zu den "Offenen Ateliers" eingeladen wird: "Aber nur, wenn wir ihn oder sie gut finden", schränkt Steglich-Schaupp ein. Auch über die anderen ausstellenden Gäste entscheide man stets gemeinsam. Dass die Ausstellung an diesem Wochenende zeitgleich mit der Präsentation der Kunstpreisträger im großen Saal stattfindet, ist jedenfalls kein Zufall.

Und weil dort alle vorhandenen Stellwände im Einsatz sind, hat man sich auf eine Petersburger Hängung an der großen weißen Wand verständigt - die so gut gelungen ist, dass man sie der Stadt beinahe als dauerhafte Dekoration für ihren schnöden Sitzungssaal wünschen würde. Während also die Malerinnen Helga Henckmann, Annette Hiss, Ina Kohlschovsky-Lang, Susanne Mansen, Susanne Palme-Waldemer, Ulrike Prusseit und Ursula Steglich-Schaupp für diese Zusammenstellung Arbeiten auf Leinwand eingereicht haben, sind im Raum verteilt Skulpturen und Objekte von Johannes Hofbauer, Ingrid Sidow-Sum, Max Wagner und Julius Wurst zu sehen. Ute Beck zeigt einige ihrer Keramikarbeiten, Katharina Kreye und einige andere haben außerdem mit Zeichnungen zur Ausstellung beigetragen.

Die Ausstellung "20 Jahre Offene Ateliers" ist an diesem Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr im kleinen Saal der Schlossberghalle zu sehen.