StadtentwicklungWo in München um Grünflächen gestritten wird

Die Stadt braucht dringend mehr Wohnungen, doch wenn die Gebäude auf Grünflächen gebaut werden, regt sich bei den Anwohnern häufig massiver Widerstand. Vier umstrittene Projekte.

Am Hart: Stillstand statt Einzug

Als die Stadt vor vielen Jahren den Wohnraum an der Bernaysstraße Am Hart erschloss, musste sie auch neue Grünflächen ausweisen: eine öffentliche Grünanlage, die vom Schollerweg im Süden bis zur Rathenaustraße im Norden reicht. Den Anwohnern wurde die Erschließung damals in Rechnung gestellt. Das war auch ein Grund, dass die Bürger gegen den Bau einer Flüchtlingsunterkunft an der Thalhoferstraße und auf ihrer Grünanlage protestierten, einige Anwohner sogar Klage einreichten. Zwar wurde der Bau ein wenig nach Westen versetzt, damit die Containeranlage für 200 Menschen nicht zu nah an die Wohnhäuser der Thalhoferstraße heranreicht, aber der Standort in der Grünanlage blieb.

Bäume wurden gefällt, ein Bauzaun aufgestellt und die ersten Bagger kamen im Spätsommer 2015 - unbekannte Täter bewarfen Baumaschinen mit Steinen. Schon im Juni 2016 sollten die ersten Flüchtlinge einziehen. Doch seit Monaten stagniert der Bau. Container wurden aufgestellt, aber es waren die falschen; sie entsprachen nicht den gesetzlich vorgegebenen Standards und werden derzeit vom Generalunternehmer nachgerüstet. Vergangene Woche wurde das Baugerüst abgebaut. Wann die ersten Flüchtlinge einziehen, ist offen. Von Nicole Graner

Bild: privat 27. November 2016, 18:222016-11-27 18:22:01 © SZ.de/infu