Wasserball Bad im Finstern

Doppelspieltag und Junggesellenabschied: Der Zweitligist SG Stadtwerke München bringt von einem kuriosen Wochenende zwei deutliche Siege gegen Frankfurt und Darmstadt mit nach Hause.

Von Andreas Liebmann

Wenn sich eine Horde junger Männer bei verspätetem Aprilwetter in einen finsteren Pool wirft, kann das Teil eines Junggesellenabschieds sein. Doch das war es nicht - es war das Vorprogramm. Die Männer waren die Zweitliga-Wasserballer der SG Stadtwerke München, und sie folgten einem kühnen Plan: Ihr holländischer Flügelspieler Brinio Hond wird im Juni heiraten, seine Mitspieler planten den Junggesellenabschied, ein Doppelspieltag in Frankfurt und Darmstadt, geografisch zwischen Honds Heimat und München gelegen, schien ideal. Also: Samstag Frankfurt besiegen, feiern, und am Sonntag in Darmstadt gegen den Kater anschwimmen.

Doch plötzlich war es dunkel. Nach 24 Minuten hatte im ersten Freibadspiel der Saison das Flutlicht versagt; nach einiger Wartezeit beschlossen Schiedsrichter und Spieler, die Partie zu beenden, München siegte 11:2. Für die folgende Festivität legte Trainer Ivan Mikic den Zapfenstreich auf sechs Uhr morgens fest - und tatsächlich genügte das, um anschließend auch Darmstadt 10:5 zu bezwingen. München ist damit das erfolgreichste (und wohl leidensfähigste) Auswärtsteam der Liga. An diesem Samstag steht im Münchner Dantebad übrigens auch ein Freiluftspiel an - mit Licht.