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Wasserball:Außer Puste

Das Zweitliga-Team der SG Stadtwerke startet etwas beunruhigt in die neue Saison. Aus den Pokalwettbewerben ist es schon ausgeschieden.

An diesem Samstag beginnt die Saison für Münchens Zweitliga-Wasserballer, mit einem Heimspiel gegen die Wasserfreunde aus Fulda. Und Ivan Mikic, weiterhin Spielertrainer der SG Stadtwerke, muss schon vor dem ersten Wurf gleich vier schlechte Nachrichten verdauen. Die ersten zwei sind sportlicher Natur, denn die Münchner sind in beiden Pokalwettbewerben schon ausgeschieden, jeweils in der ersten Runde. Im süddeutschen Pokal scheiterten sie ausgerechnet an Fulda - und sinnen nun auf Revanche. Im noch bedeutenderen deutschen Pokal verlor Mikic' Team mit 11:12 gegen Ost-Zweitligist Zwickau. "Wir hatten uns schon vorgenommen, nicht in der ersten Runde zu scheitern. Aber die Fitness hat nicht gestimmt, und damit hat unsere Puste auch nicht gereicht", sagt Mikic.

In der Olympia-Schwimmhalle gibt es mittelfristig keine Spiele

Zudem hat er - die dritte schlechte Nachricht - in Torhüter Robert Idel "die mahnende Stimme im Team" nach Houston, Texas, verloren. Dorthin ist der erfahrene Keeper nach drei Saisons bei der SG gezogen, um seinen Doktor in Wirtschaftsmathematik zu machen. Immerhin haben die Münchner einen adäquaten Ersatz gefunden - quasi im Austauschprogramm mit den USA: Justin Whiting, Kalifornier aus San Francisco, der beruflich nach München gekommen ist, hütet künftig das SG-Tor. Ansonsten gibt es kaum Bewegung beim Personal, abgesehen vom zweiten Zugang Christian Jacob aus Paderborn, einem Linkshänder, "der unser Repertoire erweitert", wie Mikic sagt. Warum auch, die SG glänzt seit Jahren durch ihre Nachwuchsarbeit und gehört längst zur Zweitligaspitze. Vergangene Saison wurde die SG nur deshalb Zweiter, weil der punktgleiche Meister Weiden die bessere Tordifferenz aufwies. Die Zukunft sieht also rosig aus, könnte man meinen, auch wenn die Liga stark wie nie ist: In Würzburg und Cannstadt sind immerhin zwei Erstliga-Absteiger künftige Gegner der SG. Es gibt da aber noch eine vierte schlechte Nachricht: die prekäre Bädersituation.

Mikic und seine Männer müssen kommende Saison an Spieltagen komplett auf das eigentlich zu kleine und flache Becken im Anton-Fingerle-Bad ausweichen. Spiele im Olympiabad, dessen Sanierung sich offenbar verzögert, sind wie schon in diesem Jahr nicht möglich. Immerhin können sie in der Olympiaschwimmhalle trainieren, "große Trainingseinbußen haben wir nicht. Aber die Sanierung hängt hinterher", sagt Mikic, der sich das Trainingsbecken auch mit den Synchronschwimmerinnen teilt. "Man lebt von viel Kompromissbereitschaft", sagt Mikic, der damit rechnet, dass auch in der Saison 2018/19 keine Spiele in der Olympia-Schwimmhalle zu sehen sein werden. Mikic zufolge "reines Bauchgefühl".

© SZ vom 11.11.2017
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