Volleyball Dachauer Dreisprung

Nach U14 und U18 gewinnen auch die U16-Volleyballer des ASV die deutsche Meisterschaft

Von Carolin Ranz, Dachau

Die deutsche Meisterschaft der U16 zu gewinnen, das war "schon von Beginn der Saison an unser Ziel", hatte Dachaus Volleyball-Trainer Josef Wolf gesagt. Ein Ziel, das der ASV nun erreicht hat. Nach dem Gewinn der deutschen U14-Meisterschaft und dem eher unerwarteten Titel in der U18 vor einer Woche ist der ASV Dachau nun auch deutscher Meister in der Altersklasse U16 und feierte das Triple - "das wir uns insgeheim erhofft haben", wie Wolf im Nachhinein gerne zugibt. Hinzu kam am Pfingstwochenende auch noch der DM-Titel der Dachauer Ü41-Senioren.

Im Gegensatz zur U18 war der ASV bei der deutschen U16-Meisterschaft in Magdeburg am vergangenen Wochenende klarer Favorit. Hatte er doch in Vincent Graven, Lukas Pfretzschner und Benedikt Sagstetter drei U18-Stammspieler im Kader. "Das war dieses Mal nicht schön für unsere Gegner", resümierte Wolf nach dem Turnier.

Damit meinte er die Dominanz seines Teams, das sich keinen Satzverlust leisteten. In keinem Durchgang gestattete es dem Gegner mehr als 16 Punkte und ließ auch der VSG Hannover im Finale mit 25:6 und 25:12 keine Chance. Der 13-jährige Simon Pfretzschner zum Beispiel holte mit zwölf Sprungaufschlägen in Serie nahezu im Alleingang den ersten Finalsatz, sein älterer Bruder Lukas sei der herausragende Spieler gewesen, so Wolf. Kein Block konnte den Außenangreifer stoppen, er ignorierte seine Gegenspieler am Netz einfach. Der 15-Jährige spiele "spektakulär", sagt Wolf. Ein solch variables Spiel in diesem Alter habe er in seiner langen Trainerlaufbahn noch nicht gesehen, weshalb er einen großen Vergleich wagte: "Der spielt wie Georg Grozer in der Nationalmannschaft." Um diese Trainingsgruppe "beneidet uns ganz Deutschland", war sich Wolf sicher.

Der TSV Grafing musste sich im Viertelfinale Dachau geschlagen geben. "Lospech", kommentierte Grafings Trainer Christian Dorrer. "Die sind einfach eine Klasse besser. Aber das Spiel war knapper als das Finale": 14:25, 16:25. Mit dem sechsten Platz war Dorrer am Ende absolut zufrieden. Es sei ein "Megaerfolg" für sein Team, das großteils zum ersten Mal an einer deutschen Meisterschaft teilgenommen habe und sich erst an die "Professionalität" gewöhnen musste. Leidenschaft und mentale Stärke hätten geholfen, das "selbstbewusste Ziel, unter die besten Acht zu kommen" erreicht und sich auf Augenhöhe präsentiert zu haben. Das Team trainiere ja nur zwei- oder dreimal pro Woche.

Das Training ist trotz allem auch in Dachau ein Problem, zum Beispiel für den 16-jährigen Jonas Sagstetter, der in der vergangenen Saison schon kurze Einsatzzeiten bei den Zweitliga-Männern erhielt und bei der U18 vor einer Woche bester Spieler des Turniers wurde. Er wechselt laut Wolf "mit großer Wahrscheinlichkeit" ins Internat nach Frankfurt. "Der Weg von Landshut zum Training war zu weit", sagt Wolf gelassen, er ist sich sicher, dass "Jonas einmal in der deutschen Spitze des Erwachsenenbereichs" landen wird. Künftig hofft der ASV, dass keine Talente mehr abwandern müssen, dank der neuen Eliteschule des Sports in Moosach, einer Ganztagseinrichtung, die in Nachfolge des Internats Kempfenhausen auch "auf Volleyball abgestimmt wird", wie Dachaus U14-Trainer Torsten Schulz erklärt. 2016 startet das Projekt mit dem Jahrgang 2003. Die älteren Jahrgänge müsse man irgendwie überbrücken. Das sei keine Garantie, Talente zu halten, doch man müsse diese "einmaligen Voraussetzungen" nutzen, findet Schulz. Der neue Männertrainer Adrian Zoppelt sei für Wolf genau der richtige Trainer, um an der Schnittstelle zwischen Jugend- und Erwachsenenbereich sensibel anzusetzen.

Erst einmal dürfen sich die Spieler erholen. Wolf weiß ja, dass es seine Jungs nicht lange ohne Volleyball aushalten, die Beach-Saison läuft bereits. Er ist sich daher sicher, "dass das nicht der letzte Erfolg in nächster Zukunft war".