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SV Heimstetten:Riglewski beendet das Zaudern

Gab die Richtung vor: Nach Torflaute gelang Lukas Riglewski beim 6:1 Sieg des SV Heimstetten gegen TSV 1860 Rosenheim gleich ein Dreierpack.

(Foto: Claus Schunk)

Angreifer schießt drei Tore beim fulminanten 6:1-Auswärtssieg der Schmitt-Elf in Rosenheim. Durch den Erfolg verlässt der SVH die Abstiegsplätze.

Offensivspieler, die es gewohnt sind, regelmäßig zu treffen, geraten unweigerlich ins Grübeln, wenn sie mal für einen längeren Zeitraum nicht einnetzen. Lukas Riglewski vom SV Heimstetten bekam genau das zuletzt zu spüren. "Es hat an ihm genagt", sagte sein Trainer Christoph Schmitt über den Angreifer, der seit dieser Saison auch sein Kapitän ist. Riglewski war in den ersten fünf Regionalliga-Spielen ohne Tor geblieben war, nachdem er in der vergangenen Saison mit 17 Treffern Rang drei in der Torschützenliste belegt hatte. Riglewski, so sein Trainer, sei ein "stückweit am Zaudern gewesen".

Am Freitagabend war von Zaudern nichts mehr zu sehen. Riglewski erzielte beim Heimstettener 6:1-Sieg beim TSV 1860 Rosenheim das 1:0, 2:0 und 3:0. "Das tut ihm und uns allen besonders gut", sagte Schmitt. "Endlich ist sein Knoten geplatzt."

Der des SV scheint sich auch nach und nach zu lösen. Schmitt spricht von einer "kontinuierlichen Entwicklung", die seine Mannschaft nehme. "Wir haben von Woche zu Woche bessere Spiele gemacht." Das drückt sich auch in den Ergebnissen aus. Von den letzten vier Partien, eine davon im Verbandspokal, hat der SV drei gewonnen und nur die vorangegangene beim Aufstiegskandidaten in Schweinfurt verloren. Die dortige Leistung hatte Schmitt schon gefallen, in Rosenheim habe sein Team nun nahtlos daran angeknüpft.

Durch den personellen Umbruch vor der Spielzeit und einer Vorbereitung, in der laut Schmitt "viel schief gelaufen" sei, profitieren Mannschaft und er jetzt davon, dass der Trainer erstmals jene Formationen aufs Feld schicken kann, die er im Kopf hatte. An seiner prinzipiellen Herangehensweise hat Schmitt nichts verändert. "Wir sind jetzt genau so wenig euphorisch, wie wir davor Trübsal geblasen haben", betonte er. Der Sieg war nicht nur wichtig für das Selbstbewusstsein, sondern auch für die Tabelle: Heimstetten sprang damit gleich vier Plätze nach vorn und ist jetzt nicht mehr Letzter, sondern 14.

Riglewski übernahm in Rosenheim schon früh das Ruder. Treffer Nummer eins erzielte er nach einer kurz ausgeführten Ecke (7.), beim zweiten Treffer staubte er aus kurzer Distanz ab (29.). Zu Beginn der zweiten Hälfte traf er von der Strafraumgrenze aus der Drehung (53.). Riglewskis Glanzleistung sorgte auch dafür, dass seine Standards laut Schmitt gefährlicher waren als in den Wochen zuvor. Das machte sich sofort bemerkbar: Der SVH hätte laut Schmitt noch weitere Tore erzielen können, ein Lattenkopfball nach einer Ecke belegte diese These.

Nach dem 3:0 "haben sich die Jungs in einen Rausch gespielt", sagte Schmitt. Tim Schels (55.), Alexander Rojek (58.), der Moritz Hannemann vertrat, und Stefan Reuter (66.) reichten zwölf Minuten, um den Rausch in drei weitere Tore umzuwandeln. Den Rosenheimern, die am vorangegangenen Spieltag noch den damaligen Tabellenführer 1. FC Nürnberg II geschlagen hatten, gelang in Person von Luftetar Mushkolaj nur noch der Ehrentreffer (85.). "Diesmal ist viel für uns gelaufen", erklärte Schmitt, seine Team habe auch etwas Spielglück gehabt. Bei all dem Offensivspektakel war er aber auch mit der Defensivvorstellung sehr zufrieden, denn speziell vor der Pause "haben wir eigentlich gar nichts zugelassen".

Der SVH ist bereits am Dienstag wieder im Einsatz, dann gastiert er in der zweiten Verbandspokalrunde beim Bayernligisten Türkspor Augsburg. Schmitt kündigte an, zu rotieren und anderen Spielern Einsatzminuten zu geben, denn "die ganze Truppe arbeitet wirklich sehr gut". Zehn Wechsel wie in der ersten Runde werde es allerdings nicht geben.