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Hockey:"Herb enttäuscht"

Sportausschuss lehnt überraschend den Bau eines Leistungszentrums auf dem Gelände des Münchner SC ab

Die Stadt München baut kein neues Hockeyleistungszentrum auf dem Gelände des Münchner Sportclubs an der Eberwurzstraße - das hat der Sportausschuss der Landeshauptstadt am Mittwoch beschlossen. "Das ist eine herbe Enttäuschung und zeigt leider, welchen Stellenwert der Sport außer Fußball in München hat", kommentierte Stefan Kermas, Sportdirektor des MSC, die Entscheidung.

Eigentlich war sich der Stadtrat bei Erteilung des Projektauftrags einig, ein neues Leistungssportzentrum für Hockey in München zu planen. Der Bedarf ist unbestritten groß, denn der Bayerische Hockey-Verband hat keine zentrale Trainingsanlage, was vor allem im Winter problematisch ist und zu Trainingspausen führt. Die Projektplaner haben jedoch erhebliche finanzielle Ausgaben für die Stadt errechnet. Die Baugesamtkosten liegen bei knapp zwölf Millionen Euro - selbst bei einer Förderbeteiligung in Höhe von je 1,5 Millionen Euro durch Bund und Freistaat müsste die Stadt neun Millionen selbst aufbringen sowie die jährliche Betriebskostenunterdeckung von rund 140 000 Euro begleichen. "Eine harte Abwägung, aber die Kommune allein kann nicht so viel Geld in die Leistungssportförderung einer Sportart stecken", sagt Stadträtin Ulrike Grimm, stellvertretende Sprecherin der CSU-Fraktion im Sportausschuss. Kermas wundert sich freilich, "dass es nun an Zahlen scheitert, die seit Jahren bekannt sind".

So unausweichlich die Entscheidung den Stadträten erschien, so bedauerlich sei sie. "Wir wissen, dass solche Leistungssportzentren immer positive Auswirkungen auf den Breitensport haben. Hockey ist vor allem bei Mädchen eine äußerst beliebte Mannschaftssportart, und uns liegt gerade die Sportförderung im Frauenbereich am Herzen", sagt CSU-Stadträtin Grimm. Auch Verena Dietl, SPD-Sprecherin im Sportausschuss, beteuert: "Wir sehen den Hockey-Leistungssport weiterhin in München." Beide Parteien forderten das Sportamt auf, gemeinsam mit dem MSC eine Perspektive für die Nutzung des Geländes an der Eberwurzstraße und den Bau einer Hockeyhalle zu entwickeln.