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Hockey:Chance im Viertelfinale

Konzentriert auf dem Weg in die Hauptstadt: Nikolai Duda und seine MSC-Mitspieler.

(Foto: Claus Schunk)

Die Hockey-Männer des Münchner Sportclubs fahren als Außenseiter in die Hauptstadt.

Erst am letzten Spieltag der Hauptrunde entschied sich für die Hockey-Männer des Münchner Sportclubs, dass aus ihrem ersten Viertelfinal-Heimspiel seit der Meistersaison 2006 nichts werden wird. Durch das 3:6 beim TSV Mannheim, der dadurch die Süd-Staffel gewann, rutschte der MSC auf Platz zwei ab und muss sein K.-o.-Spiel um den Einzug in die Meisterschaftsendrunde nun an diesem Samstag in Berlin beim Tabellenführer der Ost-Staffel austragen.

Der Ärger darüber hielt sich aber schon am vergangenen Wochenende in Grenzen. Denn in Fragen zum Thema Auswärtsspiel ist der MSC in dieser Hallensaison ohnehin kaum mehr zu erschüttern, fanden wegen der aus Sanierungsgründen geschlossenen Halle in Allach und dem daraus resultierenden Herumreisen in der Stadt doch im Grunde auch sämtliche Heimspiele auf fremden Böden statt. "Wir haben in dieser Saison an Wetterchaos und Hallenwechseln so ziemlich alles erlebt, was sich in so einer kurzen Zeitspanne unterbringen lässt", sagt Münchens Trainer Patrick Fritsche. Was während der Hauptrunde noch ein Grund für Unmut war, könnte nun womöglich zum Vorteil werden.

Nicht zu leugnen ist dagegen, dass der Berliner HC ein deutlich stärkerer Gegner ist, als es der Tabellenzweite Zehlendorf gewesen wäre. Der BHC spielt im Gegensatz zum Münchner SC auch im Feld erstklassig. Fritsche setzt jedoch darauf, dass die Berliner aufgrund ihrer Dominanz in der Ost-Staffel bislang weniger gefordert wurden als sein eigenes Team, das wegen seiner Jugend und Unerfahrenheit zunächst mit dem Saisonziel Klassenerhalt in die Hallenrunde gestartet war, sich sehr zum Gefallen von Abteilungsleiter Frank Ommert aber "massiv entwickelt" habe und nun zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder in einem Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft steht.

Als die Mannschaft 2017 noch unter dem jetzigen Bundestrainer Stefan Kermas und mitten im personellen Umbruch begriffen nach Köln gefahren war, hatten alle im Klub wahlweise von einem "Bonusspiel" oder einer "Belohnung" gesprochen. Von der Endrunde hatte vor dem Duell mit dem Starensemble niemand geträumt. Diesmal liegen die Dinge jedoch anders. "Alle, die damals schon dabei waren, werten das in der Rückschau als Entwicklungsspiel", sagt Fritsche, "am Samstag sagen wir aber selbstbewusst, dass wirklich etwas möglich ist." Der Druck liege bei Berlin, "aber das ist auch gut für eine junge Mannschaft, wenn sie als Außenseiter in so ein Spiel geht".

Seine Zuschauer bringt der MSC mit: Es gibt einen Fan-Bus und private Fahrgemeinschaften. Ommert rechnet mit 80 bis 100 MSC-Fans, was ziemlich genau der Zahl entspricht, die im Falle eines Heimspiels ohne Sondergenehmigung für die Halle im Gymnasium Nord nach Abzug der Karten für die Gäste für ein potenzielles Viertelfinale in München erlaubt gewesen wäre. "Wir haben vielleicht nicht den klassischen Heimvorteil, wenn es um die Anreise oder die Halle geht", sagt Fritsche deshalb, "aber die MSC-Zuschauer werden einen Fan-Vorteil daraus machen." Vielleicht kommt dann in gut einer Woche noch eine weitere Reise hinzu. Nach Mülheim. Zur Endrunde.